Kollege, Pfleger, Spielkamerad

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Sie kennen keine Arbeitszeiten, keine schlechten Tage oder Ungeduld – unsere zukünftigen Begleiter aus Kunststoff, Metall und Elektronik. Nach dem World Robotics Report 2014 verzeichnen Serviceroboter Absatzrekorde in Produktion und Alltagsumgebungen.

So viele Industrieroboter wie noch nie wurden im vergangenen Jahr verkauft. Tendenz weiter steigend. Allein China verzeichnete ein Plus von 59 Prozent  innerhalb eines weltweiten Anstiegs von insgesamt 12 Prozent. Bis 2017 sollen 31 Millionen „Blechkameraden“ im Wert von über 11 Milliarden US Dollar ihren Abnehmer gefunden haben.

Besondere Bedeutung erlangen dabei, nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlich wachsenden Alterserwartung, die Serviceroboter. So stieg insbesondere in Privathaushalten ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf knapp 4 Millionen an und damit auf ein Umsatzvolumen von circa 1,7 Milliarden US Dollar. Das betrifft bisher vor allem Produkte wie Staubsauger oder Rasenmäher, den Bereich Unterhaltung mit Spielzeugrobotern und anderen Hobbygeräten sowie den Sektor Fortbildung.

Zukünftig aber sollen komplexere und leistungsfähigere „Maschinen“ in unseren Haushalten als Assistenzroboter für Senioren, Haushaltsaufgaben und für den Bereich Edutainment zugange sein. Sie übernehmen dann Tätigkeiten, die bisher als typisch menschlich galten. Anders als die „alten“ stationären Maschinenkumpels in den Fabriken bewegen sie sich frei in unseren Wohnungen. Dazu konstruieren sie aus Sensordaten Landkarten wie unsere zukünftigen vierrädrigen „Roboter“ – die autonomen Fahrzeuge.

Der japanische Blechkamerad

Pepper, der „emotionale“ Haushaltsroboter durch Amerika rollen. (Bild: Nestle).
Pepper, der „emotionale“ Haushaltsroboter soll bald durch Amerika rollen. (Bild: Nestle).

Auch in Japan sollen Roboter nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt werden, sondern künftig in Gasthäusern, Hotels, Lieferdiensten oder dem Pflegesektor ihren Dienst tun. Die Regierung erwartet von seiner Wachstumsstrategie „Verwirklichung einer Roboter-Revolution“, dass sich der Markt für Dienstleistungsroboter bis 2020 um das 20-fache auf 1,2 Billionen Yen (8 Milliarden Euro) steigert.

Den Anfang macht schon mal seit letzter Woche das Robotermodell Pepper von Softbank in den Nestle-Läden. Dort verkauft der 1,2 m große und 28 kg schwere Gutelaune-Roboter auf drei Rädern Kaffeemaschinen. Stimmen und Gesten – aufgenommen durch zwei Kameras, einer 3D-Kamera und vier Mikrofonen – verraten Pepper, ob sein Gegenüber traurig ist. Pepper agiert dann „autonom“ aufheiternd.

Zwei Ultraschall-, sechs Laser- und drei Stoßsensoren verhindern Zusammenstöße, zwei Kreiselinstrumente sorgen für Gleichgewicht und Berührungssensoren in den Fingern für das Taktile. Neue Fähigkeiten gibt es via WLAN oder Ethernet und die „Rollzeit“ beträgt 12 Stunden. Der Familienroboter soll ab Februar auf den Markt kommen und ca. 1400 Euro kosten. Entwickelt wurde Pepper von Aldebaran Robotics, dem französischen Robotikunternehmen, das den humanoiden Roboter Nao baut.

Roboter Baxter

Die Vorstufe zum Haushaltsroboter: Baxter von Rethink Robotics, ein für Fabriken entwickelte Roboter, soll in Zukunft auch zur Behandlung von Patienten oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden. (Bild: Rethink Robotics).