Batterien „Made in Germany“

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Noch dominieren asiatische Hersteller den Batteriemarkt für Automobile. Lithium-Ionen-Akkus könnten jedoch bald auch in Deutschland im industriellen Maßstab hergestellt werden.

Auf einer Forschungsproduktionslinie des ZSW (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg) liefen jetzt erstmals Lithium-Ionen-Zellen für Plug-in-Hybridautos von einem „seriennahen“ Band. Dabei kann die Kapazität mit 23 Amperestunden (Ah) mit der kommerzieller Zellen aus Asien durchaus mithalten.

Lukrativer Markt für Lithium-Ionen-Zellen

Die Politik freut es wahrscheinlich am meisten. Will sie doch nach wie vor Deutschland zum Leitanbieter für die Elektromobilität entwickeln. Ohne eigene Batterieproduktion kaum vorstellbar, stellen die „Energiespender“ doch mit 30 bis 40 Prozent einen hohen Anteil an den Herstellungskosten der Elektrofahrzeuge dar. Die Ankündigung der Daimler-Tochter Li-Tec, die Produktion von Batteriezellen ab Dezember 2015 einzustellen, war da ein herber Rückschlag. Aber für Daimler ist die Fertigung der Lithium-Ionen-Zellen ob der geringen Nachfrage auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich. In den Bau von Batteriesystemen soll allerdings kräftig investiert werden. Schließlich enthalten Batteriesysteme neben den Zellen unter anderem die Steuerungselektronik und die Hülle. Auch eine zukünftige gemeinsame Zellenproduktion mit Tesla in Deutschland wird nicht ausgeschlossen.

Und Joint Ventures sind durchaus sinnvoll. Warum sollte jeder seine eigenen Zelle entwickeln? So arbeitet Bosch mit dem japanischen Unternehmen GS Yuasa und Mitsubishi zusammen. Und kündigt für 2020 Batterien mit doppelte Reichweite zum halben Preis an. Fortschritte in der Zellchemie sollen es möglich machen. Auch das Batteriegespann BMW und Samsung spricht von Steigerungen um den „Faktor zwei“ bei der Energiedichte.

Trotz technischer Fortschritte, werden aber nur günstige Batterien der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Und dazu muss die Industrie nicht unerhebliche Summen in eine Massenproduktion investieren.

Bis dahin entwickeln die Autobauer hierzulande zusammen mit dem ZSW den kompletten Herstellprozess automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen, von der Pastenherstellung bis zur Formierung der Zellen (wir berichteten darüber). So wurde das erste Projekt zur Optimierung des Herstellprozesses für PHEV-1-Zellen gestartet. Beteiligt sind BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens.

www.zsw-bw.de

 

Lithium-Ionen-Zellen ZSW

Führende deutsche Industrieunternehmen entwickeln Verfahren zur Herstellung großer automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen im ZSW Labor für Batterietechnologie. (Image: ZSW)