Strom durch die Lüfte

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Auf der Erde ist Strom aus Sonnenergie vom Wetter abhängig und damit unzuverlässig. Nicht so im All, wo Sonnenlicht uneingeschränkt vorhanden wäre. Jetzt ist man in Japan dieser unerschöpflichen Energiequelle wieder ein Stück näher gekommen.

Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, zehn Kilowatt über eine Distanz von 500 Metern zu „beamen“. Das Experiment fand auf einer Mitsubishi-Schiffswerft in Kobe statt. Dabei wurde der Strom in Mikrowellen umgewandelt und nach der Übertragung von einem Empfänger wieder aufgefangen und in Strom zurückverwandelt. Eine LED-Lampe signalisierte durch ein kurzes Aufleuchten den erfolgreichen Versuch.

Mit der neuen Technologie steht und fällt die Möglichkeit zukünftig Sonnenenergie im Weltall zu gewinnen, wie es die Solar-Power-Satelliten (SPS) der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) vorsehen. Diese hatte einen Tag vor dem erfolgreichen Mitsubishi-Experiment 1,8 Kilowatt über eine Distanz von 50 Meter zielgenau übertragen. Die Roadmap von JAXA sieht bis 2030 vor, dass 1 Gigawatt „Sonnenleistung“ von einem Satelliten auf die Erde „gebeamt“ werden kann. Dafür plant Japan einen Solarkollektor mit einem Gewicht von über 10,000 Tonnen und einem Durchmesser von mehreren Kilometern. Er würde in einer geostationären Umlaufbahn 36,000 Kilometer über der Erde kreisen. Aus der Entfernung einen Kreise von drei Kilometer Durchmesser zu treffen dürfte allerdings eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen. Man darf gespannt sein.

Effektive drahtlose Stromübertragung

Natürlich stellt sich bei Leistungsübertragungen jeder Art die Frage der Effektvität, denn das entscheidet darüber, ob eine Technologie wirtschaftlich darstellbar ist.  Die Umwandlungsprozedur „Solar-Gleichstrom-Mikrowelle-Gleichstrom-Wechselstrom“ soll es auf etwa 80 Prozent Effizienz bringen. Dabei ist der Verlust auf der Übertragunsstrecke nicht eingerechnet. Letztes Jahr kamen bei einem Experiment von 1,6 Kilowatt nach 50 Metern nur noch etwa 350 Watt an.

Drahtlose Stromübertragung über längere Strecken ist übrigens nicht nur ein Fall für Sonneenergie aus All, auch die Anbindung von Offshore-Windturbinen und das „Betanken“ von Elektromobilen würde von der neuen Technologie profitieren.

https://www.youtube.com/watch?v=D56vRfv71OA

www.mhi-global.co

Drahtlose Stromübertragung aus dem All

Der Strom von Sonnenkollektoren im Weltall wird auf die Erde "gebeamt". (Bild SSPS)