TREND Drohnen: Alles „Gute“ kommt von oben

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Lange Zeit waren Drohnen dem Militär vorbehalten. Seit Amazon angekündigt hat, Pakete mit den unbemannten Luftfahrzeugen ausliefern zu wollen, ist das Thema „zivil“ geworden.

Drohnen schwirrten letztes Jahr kreuz und quer durch die Medienlandschaft. Auch wegen ihres schlechten Rufs. Denn Tötung aus der Ferne und totale Überwachung sind nicht gerade die langweiligsten Themen. Zunehmend verdrängen aber zivile Anwendungen den militärischen Gebrauch in der Öffentlichkeit.

Denn die unbemannten Flugobjekte sind nicht nur im Privatbereich angekommen, sondern haben sich zum schnellst wachsenden Markt der Luftfahrtindustrie entwickelt.

Einer Marktstudie des US-Beratungsunternehmens Teal Group zufolge werden sich die Ausgaben für die „Hummeln“ in den nächsten zehn Jahren in der Größenordnung von 90 Milliarden Dollar bewegen. Bei dem Drohnenhersteller Aibotix aus Kassel ist man da etwas vorsichtiger, geht aber für den globalen zivilen Drohnenmarkt bis 2017 immerhin von 3,5 Milliarden Dollar aus. Der chinesische Drohnenhersteller DJI Innovations gab erst vor kurzem bekannt, dass er dieses Jahr die Umsatz-Milliardenmarke durchbrechen wird.

Die Hexo+ fliegt, filmt und verfolgt eine Person autonom. Das Ziel wird durch ein Smartphone markiert. Wer es trägt, auf den richtet die Drohne mit ihrer GoPro-Kamera aus. (Bild: Hexo+)
Die Hexo+ fliegt, filmt und verfolgt eine Person autonom. Das Ziel wird durch ein Smartphone markiert. Wer es trägt, auf den richtet die Drohne mit ihrer GoPro-Kamera aus. (Bild: Hexo+)

Dabei sollen in Zukunft neben selfie-verrückten Hobbypiloten und Flugpaketdiensten hauptsächlich beobachtende Anwendungen für Umsätze sorgen. Dazu gehören Inspektionen von Photovoltaikanlagen, Brücken, Industrieanlagen und Pipelines. Aber auch die Film- und Werbebranche, die Landwirtschaft, der Umweltschutz oder die Rettungsdienste können von den neuen Fluggeräten profitieren.

Fliegende Sensoren

Technologisch hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge getan. Der Schritt vom ferngesteuerten Fluggerät zum selbständig fliegenden Roboter ist vollzogen. Vollgepackt mit Mikrocontrollern und Sensoren zieht er stabil seine Bahnen bei fast jedem Wetter. Dafür sorgt die Sensordatenfusion von Drehraten-, Beschleunigungs-, Kompass-, Luftdruck- und einem GPS Sensor. Dazu kommen eine ganze Reihe aufgabenspezifischer Kameras und Sensoren.

Gesetze noch gegen intelligente Drohnen

Nun stößt die weitere Entwicklung allerdings auf juristische Barrieren. Sicherheitsfragen bis hin zum Schutz der Privatsphäre stehen zur Diskussion. Wer will schon mit Kameras bestückte Flugroboter über seinem Balkon schwirren sehen.

In Deutschland sind bislangh Hobby-Flüge bis zu fünf Kilo Gewicht ohne Genehmigung erlaubt, sofern man sich an die Sicherheitsregeln hält und ausreichend versichert sind. Kommerzielle Nutzer brauchen hingegen immer eine amtliche Genehmigung; bei einem Gewicht über fünf Kilogramm sogar für jeden Flug. Fluggeräte über 25 Kilogramm und Flughöhen über 100 Metern sind prinzipiell untersagt. Außerdem muss der Pilot ständigen Blickkontakt haben. Autonome Flüge sind damit ausgeschlossen.

Europa plant jetzt eine schrittweise Integration mit einheitliche Regeln für den einfachen Sichtflug von Drohnen im europäischen Luftraum ab 2016. Drohnenflotten, die autonom über das Land streichen und Daten an einen zentralen Server übertragen, liegen wohl eher noch in der ferneren Zukunft. Darüber wird aber das Gros der Bevölkerung nicht traurig sein.

 

 

Nixie Drohne

“Nixie“, die Mini-Drohne, startet von Handgelenk und lässt sich dann mit dem Smartphone steuern. (Bild: flynixie.com).