TREND Fahrerassistenz: Mut zur Lücke

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Parkassistenten gab es schon immer. Mittlerweile sind sie wie so vieles andere auch nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern elektronisch. Damit nicht genug. In ziemlich naher Zukunft erledigen sie die ungeliebte Einparkerei vollkommen alleine.

Fast alle Autohersteller arbeiten an elektronischen Parksystemen, die weit über das obligatorische Piepsen in engen Lücken hinausgehen. Sogar selbstlenkende Parkhelfer, die den Fahrer nur noch an Schaltung, Gas und Bremse benötigen, sollen bald der Vergangenheit angehören.

Zukünftige Piloten lassen ihr Fahrzeug mit dem unangenehmen Parkjob vollkommen alleine. Und braucht man es wieder, kommt es selbständig vorgefahren. Wie die eine Pferdestärke, die in alten Westernfilmen nach dem Pfiff des Sheriffs angetrabt kommt.

Bosch und Mercedes-Benz wollen nun, dass auch Stahlrösser auf „Pfiff“ gehorchen. Zusammen mit dem Autoverleiher Car2go soll ein Hol- und Bringservice per Smartphone entwickelt werden. Ein Steuergerät von Bosch und die neueste Bordsensorik von Daimler lässt dann die Geisterfahrzeuge in entsprechend ausgerüsteten Parkhäusern manövrieren.

Parkassistenz mit Smartwatch oder Display Key

BMW hat seine Version des selbständigen Parkens Anfang des Jahres vorgestellt. Eine Smartwatch startet das „Remote Valet Parking“ eines BMW i3. Hindernisse auf dem Weg zur Lücke werden von vier Laserscannern erkannt. Das neue Einparksystem kommt dabei ohne GPS aus. An dessen Stelle generieren die Lasersensoren eine Art Lageplan des Autos. Wird der i3 wieder benötigt, reicht ein Sprachbefehl, und der Wagen fährt zu einem gewünschten Zeitpunkt vor das Parkhaus. Bis man die neuen Parkhilfen allerdings nützen kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Bis dahin sitzt man im Wagen und lässt sich assistieren oder aber parkt per Fernsteuerung ein. Als erstes Serienmodell wird der BMW 7er dieses Kunststück beherrschen. Ab Herbst übernimmt ein optionales Assistenzsystem das Rangieren in enge Parklücken. Der Fahrer startet und überwacht mit einem Display-Schlüssel außerhalb des Wagens den Vorgang.

Das Fahrzeug fährt, lenkt und bremst selbständig. Der gesamte Parkvorgang wird von der Park Distance Control (PDC), dem Parkassistenten und den Sensoren des Surround View überwacht.

Audis autonomen Ein- und Ausparker steuert eine Smartphone-App. Aus rechtlichen Gründen muss dabei konstant eine Art „Sicherheitsknopf“ gedrückt werden. Auch der Audi lenkt und bremst selbständig. Wechselt aber zusätzlich noch eigenständig die Gänge der Automatik.

Bei Ford wird es ähnlich aussehen: der Fahrer bewundert sein Fahrzeug von aussen beim kratzerfreien Einparken. Das „Fully Assisted Parking Aid“ spürt vorher mittels Ultraschall-Sensoren passende Parklücken auf bevor es ans Einparken geht.

Autonomes Parken ist ein weiterer Schritt hin zum vollautomatisierten Fahren. Niedrige Fahrgeschwindigkeiten und mehr Informationen etwa durch eine Parkhaus-Infrastruktur machen eine schnellere Umsetzung in diesem Teilbereich möglich.

 

BMW Parkassiestent mit Smartwatch

Der Parkassistent des BMW i3 hört auf eine Smartwatch. (Bild: BMW).