TREND: Mikroelektronik: Quo Vadis Halbleiter?

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Die Mikroelektronik gilt als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien. Der ZVEI zeigt in seiner neuesten Trendanalyse ihre vier größten Trends bis 2019 auf.

Nach dem kurzen aber harten Einbruch im Jahr 2009 hat sich der Markt für Mikroelektronik wieder stabilisiert und ist auf einen langjährigen Wachstumspfad zurückgekehrt. Was die weitere Entwicklung angeht, hat der ZVEI vier Haupttrends ausgemacht:

Trend 1: Reife Industrie
Das langjährige Mikroelektronik-Marktwachstum hat sich im einstelligen Bereich eingependelt. Es beträgt jetzt durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Dabei ist das Marktvolumen im Welthalbleitermarkt 2014 auf 336 Mrd. Dollar geklettert –9,9 Prozent mehr als 2013. Der jährliche Chipverbrauch pro Kopf der Weltbevölkerung lag 2014 bei 46 Dollar (1995: 25 Dollar).

Trend 2: Stabile Stückzahlenentwicklung
Die Stückzahlen wachsen seit den 1980er Jahren unverändert mit durchschnittlich neun Prozent pro Jahr. Einzig Lagerauf- oder abbau führten zu temporären Abweichungen. Der Chipverbrauch pro Kopf der Weltbevölkerung stieg von 8 ICs 1995 auf 30 ICs im Jahr 2014. Der durchschnittliche Preisverfall liegt seit Mitte der 90er Jahre bei rund vier Prozent pro Jahr. Seit Mitte 2009 haben sich die Preise auf Grund der zunehmenden Konsolidierung der Halbleiterindustrie stabilisiert.

Trend 3: Mikroelektronik und Weltwirtschaft im Gleichschritt
Mikroelektronik und Weltwirtschaft zeigen einen nahezu korrelierten Verlauf. Dabei eilt der Mikroelektronikmarkt rund ein halbes Quartal voraus.

Trend 4: Fortschreitende regionale Verschiebungen

ZVEI TREND MIkroelektronik 2019
Amerika und Japan wurden um 2000 von Asien als größte Halbleiterabnehmer abgelöst. (Bild: ZVEI).

Seit 1986 haben sich die Marktanteile stark verschoben. Bis 2000 hatten Japan und die USA den größten Halbleiterbedarf. Seit 2000 ist Asien am stärksten gewachsen und verbraucht nun etwa 57 Prozent der Halbleiterproduktion. Davon entfallen alleine auf China als größtes Abnehmerland 27 Prozent. Seit 2008 wird ein stetiger Rückgang von Europa, Japan und USA verzeichnet, während Asien weiter zulegt. Europas und Deutschlands Anteil am Weltmarkt ist 2014 leicht rückläufig, was wahrscheinlich am Wechselkurs des Euro liegt. Deutschlands Anteil sank von 4,6 Prozent (2013) auf 4,4 Prozent (2014). Amerika und der Rest von Asien konnten Marktanteile hinzugewinnen.

Ausblick

Der ZVEI erwartet, dass der Welthalbleitermarkt von 336 Mrd. Dollar (2014) bis 2019 auf 400 Mrd. Dollar ansteigen wird. Das entspricht einem mittleren Wachstum von 3,6 Prozent. Asiens Anteil wird 2019 mit 236 Mrd. Dollar 59 Prozent betragen. Davon entfallen mit 111 Mrd. Dollar allein auf China 28 Prozent. Amerikas Anteil wird mit einem Marktvolumen von 85 Mrd. Dollar auf 21 Prozent anwachsen, Europa kommt dann auf 43 Mrd. Dollar (11 Prozent) und Japan auf 36 Mrd. Dollar (9 Prozent).

http://www.zvei.org/Publikationen/Mikroelektronik-Trendanalyse-bis-2019.pdf

a-Quo-Vadis-Mikrooelektronik-Bild-Fraunhofer-EMFT

Die Mikroelektronik-Trendanalyse des ZVEI spürt den wirtschaftlichen und technischen Aspekten der Mikroelektronik nach und hat sich als hilfreiches Werkzeug für die Unternehmen der Elektronikindustrie etabliert. (Bild: Fraunhofer EMFT).