Harakiri-Chip gegen Spionage

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Sensible Daten haben die unangenehme Eigenschaft, dass man sie nur schwer wieder los wird. Abhilfe verspricht nun ein Chip, der sich auf Kommando zusammen mit den Daten „ins Messer stürzt“.

Schon das „rückstandsfreie“ Löschen von Smartphone-Daten ist kaum möglich. Weder kochendes Wasser, noch Stromstöße oder Planierraupen garantieren, dass sie nicht irgend jemand wieder herstellen könnte. Dazu dauert es zu lange, und man muss das „Ding“ in der Hand haben. Ein nicht mehr ganz so privates Problem würde sich stellen, wenn ein Chip mit Kryptografie-Schlüsseln in falsche Hände geriete.

Für diesen Fall haben Forscher des Xerox Palo Alto Research Center (PARC) einen neuartigen Computerchip entwickelt, der sich binnen Sekunden selbst zerstören kann. Die Elektronik sitzt dabei auf sogenanntem Sicherheitsglas, das auf Kommando in eine Unzahl kleinster Teile zerspringt und so die Daten unwiderruflich mit ins Nirwana nimmt.

Eigentlich ist dieses Glas extrem widerstandsfähig. Deshalb wird es auch in Smartphones verbaut. Bricht man jedoch ein Stück davon ab, zerspringt es in unzählige, winzige Teile. Die Risse breiten sich dabei mit einer Geschwindigkeit von 4.000 Metern pro Sekunde aus. Das entspricht etwa der Detonationsgeschwindigkeit von Sprengstoff.

Im Harakiri-Chip löst diese Reaktion ein kleiner Widerstand aus, der sich aufheizt und so eine enorme Spannung im Material erzeugt. Der Befehl kommt via Funk, Licht oder auch einem mechanischem Schalter.

Mit der Methode lässt sich den Forschern zufolge jeder handelsübliche Computerchip in einen potentiellen „Selbstmörder“ verwandeln. Dazu wird das Silizium direkt auf dem Hartglas angebracht. Noch gibt es keine konkreten Kommerzialisierungspläne. Militärische oder staatliche Stellen könnten aber schnell Interesse an dem Chip finden.

 

 

 

Harakiri Chip gegen Spionage

Ein aufgeheizter Widerstand bringt den neuartigen Chip zum Zerbersten. (Bild: Xerox PARC).