Die Cyborg-Rose

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Transistoren im Stiel und Displays in den Blättern – so machen auch Pflanzen zukünftig Karriere in Sci-Fi-Filmen. Dafür haben schwedische Forscher erstmals lebende Rosen „elektrifiziert“.

Cyborgs (cybernetic organism) bezeichnen ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine. Bislang stellte man sich darunter Menschen vor, deren Körper durch künstliche Bauteile „aufgepeppt“ werden. Das könnte sich in Zukunft ändern. Denn Wissenschaftler der Linköping Universität in Schweden verwandelten nun erstmals Teile einer lebenden Rose in elektronische Bauteile. Dazu füllten sie in ihr Gewebe wässerige, elektrisch leitende Polymere. Diese “Drähte” bildeten so zusammen mit dem Elektrolyt der Pflanze voll funktionsfähige, elektrochemische Transistoren, die selbst als digitale Logikgatter taugten.

Rosen als elektrochemische Transistoren

In den Rosenblättern entstehen durch die Kunststofflösung zwischen den Adern „Pixel“ aus elektrochemischen Zellen. Legt man eine Spannung an, führt der Strom durch das flüssige Polymer zusammen mit den blatteigenen Ionen zu einem Farbwechsel. Das könnte ein Mechanismus für zukünftige Displays sein.

Im ersten Schritt sollen mit den Anordnungen die sehr komplexen Vorgänge in Pflanzen besser erforscht werden. Sensoren nutzen dabei die Energie, die durch die Fotosynthese erzeugt wird und senden ihre Ergebnisse über „grüne“ Antennen. Aber für die Zukunft ist auch mit einer ganzen Reihe von anderen, „phantastischen“ Anwendungen zu rechnen.

Noch sind die schwedischen Wissenschaftler nicht nur die einzigen, die sich mit „elektronischen“ Pflanzen beschäftigen. Sie haben wohl auch einen ganz neuen Forschungszweig geschaffen. Der aber schon bald neue Anhänger finden dürfte.

 

 

Bioelektronik

Eine Rose mit einem Transistor-Stängel und einem Display im Blatt. (Bild: Liköping Universität).