Die IoT-Lüge?

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Nicht wenige Business-Modelle fußen mittlerweile auf den märchenhaften Zuwachsraten des „Internet of Things (IoT)“. Bis 2020 sollen bis zu 20 Milliarden IoT-Geräte im Netz zappeln. Erste Marktforschungsunternehmen bremsen nun die Euphorie.

Das Internet der Dinge ist der Wachstumsmarkt – ohne Zweifel. Ob der Hype allerdings das hält, was manche IoT-Weisen versprechen, ist zunehmend fraglich. Zwischen 10 Milliarden und 50 Milliarden verbundene Geräte bis 2020 und Billionen von US-Dollar neuen Umsatz bis 2025 – das lockt alte und neue Unternehmen. Wer seinem Businessplan diese rosigen Zahlen zugrunde legt, könnte jedoch ein dorniges Erwachen erleben.

IoT mit utopischen Wachstumsraten?

Die Marktforscher von Beecham Research finden viele Prognosen für übertrieben. Sie gehen aktuell von deutlich weniger als einer Milliarde verbundener IoT-Geräte weltweit aus, ohne Smartphones und Tablets. Das ist eigentlich Konsens. Um bis 2020 die optimistischen Voraussagen einzuhalten, bräuchte man dann aber Zuwachsraten von über 50 Prozent, obwohl langfristig mit 20 bis 30 Prozent gerechnet wird.

Stellt sich die Frage, wie es zu diesem immensen Wachstum kommen soll. Und wer würde die Masse an Geräten implementieren. Die Ressourcen dazu wären nach Meinung der Marktforscher nicht annähernd vorhanden.

Dass Heizungen, Klima- und Alarmanlagen, Kühl- und Gefrierschränke, Waschmaschinen und Büroausstattungen die Connected-Device-Schwemme verursachen könnten, dafür gebe es keine Beweise. Sowohl Vorteile und als auch Monetarisierung dieser Geräte seien längst nicht klar.

Positive sieht man bei Beecham Research allerdings Netzwerktechniken mit geringem Stromverbrauch, niedriger Datenrate und großer Reichweite wie Low Power Wide Area Networks (LPWANs). Gekoppelt mit der neuen Mobilfunktechnik LTE-M oder Schmalband-IoT könnte das Anwendungen mit niedriger Datenrate einen gehörigen Schub verpassen.

IoT-Lüge

Für viele Unternehmen haben die prognostizierten IoT-Wachstumsraten beinahe hypnotische Wirkung. (Bild: Gerd Altmann / Pixabay).