Hosen als Exoskelett

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Mit intelligenten Leggins sollen zukünftig Menschen mit Gehbeeinträchtigungen besser laufen können. Dabei sorgen unter der Kleidung getragene, lernfähige Exoskelette für möglichst natürliche Bewegungsabläufe.

Menschen mit Gehbeeinträchtigungen sind bislang auf meist schwere und unflexible Stützstrukturen angewiesen. Das soll sich nun ändern. Forschende am ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) entwickeln zusammen mit europäischen Partnern eine dünne Leggins, die sich je nach Bewegung versteift oder weich wird. Dabei sorgen Algorithmen anhand von Sensordaten dafür, dass die „Hose“ die betroffenen Gliedmassen im richtigen Augenblick stützt, entlastet oder frei bewegen lässt. Die Form der Konstruktion muss man sich wie eine bequeme Leggins oder Socke vorstellen. So kann der Träger die Gehhilfe den ganzen Tag lang unter der Kleidung tragen.

Diskretes Exoskelett unter der Kleidung

Exoskelett (Bild: ZHAW).Profitieren würden dabei etwa Patientinnen und Patienten, bei denen die vordere Seite der Fußmuskeln gelähmt ist. Sensoren könnten den Beginn der Schwungphase einem Antriebselement signalisieren, um eine Stabilisierung des Bewegungsablaufes einzuleiten. Oder sogar eine Bewegung auslösen, die den Fuß hochzieht. Beim Landen würde das Exoskelett dann wieder weich werden.

Dabei werten Algorithmen den von Sensoren erfassten Bewegungsablauf aus. Neben Drucksensoren und Lagesensoren kommen Elektro-Myogramme zum Einsatz, welche die natürliche elektrische Spannung in einem Muskel messen.

Das Projekt „XoSoft“ wird von der EU wie auch vom Bund im Rahmen der Übergangslösung zu Horizon 2020 unterstützt. Mit der Entwicklung hat das aus neun Partnern bestehende europäische Konsortium im Februar 2016 begonnen. Einen ersten Prototyp planen die Forschenden bereits im ersten Jahr des dreijährigen Projekts.

Exoskelett (Bild: ZHAW).

Algorithmen unterstützen einen natürlichen Bewegungsablauf bei Gehbehinderungen. (Bild: ZHAW).