STARTUP: KI-Engine für deutsche Unternehmen

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Weltweit werden Milliarden ausgegeben, um die Intelligenz aus der Maschine in Unternehmen zu verankern. Die Technologie entwickelt sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Ein Berliner Start-up will nun deutschen Industrieunternehmen „künstlich intelligent“ unter die Arme greifen.

Künstliche Intelligenz schlägt Weltklasse-Go-Spieler, schießt im Simulator erfahrene Air-Force-Piloten ab oder schreibt Drehbücher zu Kinofilmen – die Medien haben das Thema entdeckt. Die meisten Anwendungen jedoch finden schon länger weitaus weniger spektakulär im Stillen statt. Die Auswirkungen allerdings könnten weltbewegend sein. Die Intelligenz aus der Maschine wird wohl unseren Alltag und das Wirtschaftsleben drastisch verändern.

Trotzdem ist die Anzahl der Experten immer noch überschaubar. Das trifft besonders auf den Bereich Deep Learning zu. Ein Verfahren, das der künstlichen Intelligenz neues Leben eingehaucht hat. Künstliche neuronale Netze, die sich an der Funktionsweise unseres Gehirns orientieren, lernen dabei mit Hilfe riesiger Datenmengen eigenständig Muster zu erkennen. Der Computer denkt dann zwar nicht wie ein Mensch, er lernt aber wie einer. Die Methode hat zu Durchbrüchen in der Bilderkennung, der Sprachverarbeitung oder auch der Robotik geführt

Berliner KI-Engine

Kein Wunder, dass zur Zeit eine Menge Leute auf den Deep-Learning -Zug aufspringen. Darunter auch eine ganze Reihe Start-ups, einige auch aus Deutschland. Längst nicht alle mit der gleichen Expertise wie TwentyBN (Twenty Billion Neurons) aus Berlin. Seit 20 Jahren beschäftigen sich die Gründer Ingo Bax, Florian Hoppe, Roland Memisevic und Christian Thurau mit maschinellem Lernen. Sie hatten sich im Studium kennen gelernt und 2015, als das Thema „Künstliche Intelligenz“ langsam begann in der Wirtschaft anzukommen, das Unternehmen gegründet. Seitdem arbeiten sie an Deep-Learning-Methoden für selbstfahrende Autos, Sprach-, Bild- und Videoanalyse und medizinische Diagnostik.

Mit den 2,5 Millionen Dollar eines ungenannten amerikanischen Privatinvestors kann jetzt vor allem das Team erweitert werden. Ein Jahr nach der Gründung gibt es auch schon ebenso „geheime“ Kunden. Zur Zeit „basteln“ die Berliner an maschinellen Übersetzungen – angelehnt an Googles „Translate“. Allerdings setzt man auf individuelle Lösungen wie etwa Chinesisch für den Bereich Maschinenbau. Der Algorithmus lässt sich aber ebenso in autonomen Fahrzeugen anwenden.

Geld verdient werden soll in Zukunft mit einer KI-Engine auf einer SaaS-Plattform (Software-as-a-Service) oder klassisch mit Software-Lizenzen. Die Aussichten sind gut, denn Deep Learning ist hierzulande unterrepräsentiert. In den USA ist man da um einiges weiter.

 

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Im Rahmen der electronica Start-up Platform können junge Unternehmen erstmals auf der electronica 2016 internationalen Branchenvertretern und mehr als 2700 Ausstellern ihre Produkte und Ideen präsentieren. Dem spannendsten Projekt winkt dann der electronica Start-up Award.

 

 

Deep Learning

Deep Learning hat zu Durchbrüchen in der Bilderkennung und Sprachverarbeitung geführt. (Bild: pixabay/Gerd Altmann).