TREND Künstliche Intelligenz: Disco, ergo sum

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Ganz offensichtlich spielen sich aktuell im Bereich der künstlichen Intelligenz wichtige Dinge ab. Vieles funktioniert, nur wissen wir oftmals nicht warum.

Künstliche Intelligenz (KI), Deep Learning, neuronale Netze – diese Begriffe nahmen vor ein paar Jahren nur Fachleute in den Mund. Heute stehen sie auf den Titelseiten der Publikumspresse. Die KI scheint in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen zu sein. Immerhin steckt sie schon in manchen Diensten der Internet-Giganten Google, Facebook, Microsoft und Co. Und wer hat nicht mit ihnen zu tun.

Dort unterstützt sie die Bild- und Spracherkennung in virtuellen Assistenten und lernt wie ein Mensch selbständig durch Erfahrung hinzu. Besonders letzteres – das sogenannte Deep Learning – hat ihr zu einer Art Durchbruch verholfen. Für diese eigentlich „alte“ Methode ist die Zeit jetzt erst gekommen. Mit Hilfe riesiger digitaler Datenmengen und enormen Rechnerleistungen löst sie auch Probleme, die nicht in einer spezifischen Form vorstrukturiert sind.

Dabei orientiert sich das dazugehörige mathematische Modell der künstlichen neuronalen Netze an den Nervenzellen in unserem Gehirn. Beim Lernen bilden sich zwischen den einzelnen Neuronen manchmal neue Verbindungen, alte werden verstärkt oder abgeschwächt oder auch ganz gelöscht.

Deep Learning ohne Ende

Nicht selten wird Deep Learning mit Maschinenlernen oder Maschinenlernen mit neuronalen Netzen gleichgesetzt. Maschinenlernen ist jedoch der Oberbegriff und neuronale Netze sind mathematische Modelle. Und von Deep Learning spricht man, wenn die Maschine ohne Ende weiterlernt. So wie etwa Google’s Spracherkennung.


Interessanter Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber, Scientific Director am Schweizer

Die passiert natürlich nicht auf dem Smartphone sondern in einem amerikanischen Rechenzentrum. Das Computerprogramm „hört“ sich seit Jahren die gesprochenen Fragen aus der ganzen Welt an und versucht aus der Unmenge an Daten Schlüsse zu ziehen. So wird es mit jedem Anruf besser. Wie das Programm genau funktioniert weiß allerdings keiner.

Da genau liegt aber auch das Problem. Bei einer Spracherkennung und vielen anderen Anwendungen ist das tolerierbar. Aber eine Art Black Box für sicherheitsrelevante Anwendungen wie etwa den Straßen- oder Luftverkehr ist mehr als nur beunruhigend. Mag sie auch noch so gut funktionieren.

Selbst bei Google denkt man über eine „wildgewordene“ künstliche Intelligenz nach. Es würde eben „hin und wieder“ vorkommen, dass ein Mensch den „großen roten Knopf“ drücken müsse, so aus dem sonnig optimistischen Kalifornien.


Interessanter Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz“ von Dirk Wittkopp, Geschäftsführer IBM Deutschland Research & Development.

5x künstliche Intelligenz in Zahlen

Vom Investor bis hin zum Technologie-Entscheider – alle sind an den Wachstumsperspektiven von künstlicher Intelligenz interessiert. Dabei sollte allerdings bei den Zahlen nicht außer Acht gelassen werden, dass der Begriff selbst “unscharf” ist. Und deshalb nicht immer jeder genau das selbe darunter versteht.

  1. Das Forschungsunternehmen Markets and Markets schätzt, dass der KI-Markt von 420 Millionen US-Dollar im Jahr 2014 bis 2020 auf 5,05 Milliarden US-Dollar wachsen wird.
  2. Tractica erwartet, dass von 2015 bis 2024 etwa 40 Milliarden US-Dollar für Deep Lerning Software in Unternehmen ausgegeben wird. Dabei wächst der Markt von 109 Million US-Dollar im Jahr 2015 auf 10,4 Milliarden in 2024.
  3. Gartner sieht bis 2018 ca. 6 Milliarden Geräte wie etwa Autos oder Wearables von künstlicher Intelligenz unterstützt. Auch 85 % aller Kundeninteraktionen sollen bis Ende 2020 ohne menschlichen Kontakt auskommen. Außerdem könnten knapp 50 % der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt bis 2018 mehr intelligente Maschinen und virtuelle Assistenten als menschliche Mitarbeiter „angestellt“ haben.
  4. Die AngelList spuckt bei der Eingabe „Artificial Intelligence“ zur Zeit über 1.000 Start-ups mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5 Millionen US-Dollar aus, was einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 5 Milliarden US-Dollar entspräche.
  5. Forrester Research geht davon aus, dass künstliche Intelligenz bis zu 16 % aller Arbeitsplätze in den USA in den nächsten zehn Jahren ersetzen wird. Neue Arbeitsplätze entstehen allerdings, um KI-Plattformen zu betreiben und entsprechende Geräte herzustellen. Vor diesem Hintergrund sollen also nur 7 % aller Arbeitsplätze wirklich vernichtet werden.

 

 

Künstliche Intelligenz (Bild Pixabay Gerd Altmann)

Künstliche Intelligenz erkennt Bilder, versteht Sprache und löst auch sonst so manches Problem. (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)