Olympiasieger auf vier Rädern

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Lange Zeit war es still um das einstige Showcar von Nissan. Jetzt düst es während der Olympischen Spiele durch Rio und versorgt VIPs und Journalisten mit Glückshormonen.

Niemand erwartete den Star des Tokioter Autosalons 2013 tatsächlich auf der Strasse. Denn futuristische Konzeptfahrzeuge fristen üblicherweise nach den Blitzlichtgewittern ein staubiges Garagendasein. Nicht so der BladeGlider von Nissan. Er darf jetzt als straßenzugelassener Elektrosportwagen während der Olympiade in Rio Werbung für die ökologisch korrekte Form der Fahrfreude werben.

Evolution statt Revolution

Elektrosportwagen neben Elektrorennwagen: BladerGlider und ZEOD (Bild: Nissan)
Der BladeGlider neben seinem Vorfahren ZEOD. (Bild: Nissan).

Von Segelflugzeugen inspiriert sollen die Entwickler des japanischen Elektroflitzers gewesen sein. Näherliegend ist allerdings der Vergleich zum DeltaWing Rennwagen, der erstmals beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2012 die Zuschauer von den Sitzen riss. Schon damals war Nissans Motorsportabteilung an der „Rennrakete“ beteiligt.

Um den PR-Erfolg zu wiederholen, schickte der japanische Autobauer zwei Jahre später den DeltaWing-Doppelgänger ZEOD nach Le Mans. Vorgesehen war damals schon ein rein elektrischer Antrieb. Gereicht hat es allerdings nur zu „teilelektrisch“. So steht ZEOD eben für „Zero Emission On Demand“. Die letzte Runde vor einem Boxenstop übernahmen zwei 110 kW (150 PS) starke Elektromotoren.

Aus Freude am selber Fahren

Mit dem BladeGlider hat das futurische „Delta-Design“ nun endlich auch den passenden Antrieb. Die beiden E-Motoren der englischen Firma Williams Advanced Engineering bringen 272 PS und 707 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße.

Für den „Strom“ sorgt eine 220-kW-starke Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie. Genug, um den 1,3 Tonnen leichten Wagen in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h zu katapultieren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt immerhin bei 190 km/h. Scheinbar wenig, im Vergleich zur Tesla-Limousine mit 250 km/h. Dafür dürfte der Fahrspaß um einiges höher sein. Hoch genug jedenfalls, um das Lenkrad nicht einem Autopiloten zu überlassen.

Dafür sorgt auch die umlaufende Windschutzscheibe und ein offenes Dach mit Überrollschutz. Der Fahrer sitzt vorne mittig vor einem zentral positioniertem LCD-Display und einem Lenkrad, das eindeutig aus dem Motorsport kommt. Zusätzliche Schirme zeigen das Bild der Rückfahrkameras.

Die beiden Passagiere teilen sich den Platz im „Fond“, bequem erreichbar durch nach hinten öffnende Flügeltüren. Mit seinen Maßen (4,3 Meter lang, 1,85 Meter breit, 1,3 Meter) ist der Dreisitzer weniger ein Familienauto, als vielmehr die elektromobile Zukunft für sportliche Autoliebhaber.

Elektrosportwagen für „Drifter“

So wird die Power der 130-Kilowatt-Elektromotoren an den Hinterrädern auch von einem sogenannten „Torque-Vectoring-System“ kontrolliert und verteilt. Im Gegensatz zum ESP (Elektronische Stabilitätskontrolle) bremst es nicht die einzelnen Räder eines schleudergefährdeten Fahrzeugs, sondern erreicht durch gezieltes Beschleunigen der entgegengesetzten Räder den gleichen Effekt. Die Fahrdynamik bleibt so erhalten. Passionierte „Drifter“ können diese Korrektur ausschalten.

Ob und wann Auto-Enthusiasten mit dem BladeGlider nachhaltig durch die Kurven schleudern können, ist noch unklar. Allerdings stellt Nissan zwei Farbkombinationen für den Innenraum in Aussicht: „Cyber Green“ und „Stealth Orange“. Und das klingt schon ziemlich nach Serienmodell. Wobei „Stealth Orange“, also das Tarnen mit einer Signalfarbe, eher dazu angetan ist, einen gewissen Zweifel zu säen.

 

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BladeGlider

Mit dem superdynamischen Elektrosportwagen BladeGlider macht Elektromobilität richtig Spaß. (Bild: Nissan).