electronica Fast Forward: Die Start-up Plattform der electronica zeigt Zukunftstechnologien

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Von der Gerüstmontage per Schwarm-Robotik über IT-gesteuerte Aquaponik-Systeme bis hin zum 3D-Drucker für Leiterplatten: Kreative Köpfe und Gründer aus der ganzen Welt präsentieren bei electronica Fast Forward hochinnovative Ideen, Projekte und Produkte. Lernen Sie einige Highlights schon vor dem Messestart kennen.

Immer mehr Innovationen auf dem Elektronikmarkt stammen von Start-ups. Besucher der Weltleitmesse für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik können vom 8. bis 11. November bei electronica Fast Forward  erleben, welche Ideen, Projekte und Produkte die Branchen revolutionieren könnten. Erfinder, angehende Unternehmer und Gründer aus Ländern rund um den Globus haben sich für den electronica Fast Forward Award in den Kategorien „Idee“, „Prototyp“ und „Start-up“ beworben. Die Finalisten präsentieren Ihre Projekte auf einem Gemeinschaftsstand im Eingang Ost. Zusätzlich profitieren Start-ups und Besucher im Rahmen eines eigenen Forenprogramms von der Erfahrung erfolgreicher Gründer und erhalten Tipps von Business Angels und Investoren. Der Award wird am 11. November verliehen. Die Gewinner erhalten für ihr Start-up internationale PR, Consulting und Marketing im Gesamtwert von 150.000 Euro. Damit Sie bereits vorab einen Eindruck davon erhalten, welche Bandbreite an Innovationen Sie erwartet, gewähren wir vor Messestart einen Blick auf ausgewählte Einreichungen.

Zukunftsweisende Ideen

Schwarm-Robotik: Studenten der Technischen Universität München präsentieren ein System, das halbautomatisch Baugerüste montiert.
Schwarm-Robotik: Studenten der Technischen Universität München präsentieren ein System, das halbautomatisch Baugerüste montiert.

Kreative Köpfe, die eine dokumentierte Produkt- oder Service-Idee haben, hinter der noch kein ausgereiftes Geschäftsmodell steht, haben sich in der Kategorie „Idee“ beworben, zum Beispiel sechs Studenten aus Bayern: Die Errichtung von Gerüsten für Baumaßnahmen oder Renovierungen ist eine arbeitsintensive, schmutzige und lebensgefährliche Tätigkeit. Warum sollten Menschen sie verrichten, wenn sich die Gerüste auch selber aufbauen können – und zwar zeiteffizienter, sicherer und kostengünstiger? Das dachte sich das multinationale Studententeam der Technischen Universität München und entwickelte ein Robotik-System, das automatisch Gerüste montiert. Es basiert auf dem Prinzip der Schwarm-Robotik: Der einzelne Roboter kann nicht viel. Im Schwarm sind die Roboter jedoch in der Lage, komplexe Aufgaben zu erledigen. Jedes Modul beherrscht drei Operationen: das Greifen von Stahlrohren, das 360-Grad-Rotieren um die Rohre sowie die vertikale und horizontale Fortbewegung entlang der Rohre. Wenn mehrere Module kombiniert werden, können sie schwere Objekte tragen oder Gerüstteile zusammenfügen.

Einen Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in Palästina möchte ein Erfinder aus Ramallah im Westjordanland leisten. Er entwickelt eine IT-gesteuerte Lösung für Aquaponik. Das Verfahren verbindet Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur mit Techniken der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur. Der Wasser- und Nährstoffkreislauf wird automatisiert bewirtschaftet. Bakterien sind ein wichtiger Systembestandteil: Das Kiesbett des Fischtanks und das Substrat der Pflanzbehälter sind mit einem Biofilm aus nitrifizierenden Bakterien besetzt, die Ammonium und Ammoniak der Fischausscheidungen über das Zwischenprodukt Nitrit in Nitrat umwandeln, von dem sich die Pflanzen ernähren.

Vom Prototyp zum marktreifen Produkt

In der Kategorie „Prototyp“ präsentieren sich Unternehmen, die bereits Prototypen und eine dokumentierte Umsetzung besitzen. Das Themenspektrum der eingereichten Projekte ist vielfältig. Das in Fußbodensockelleisten integrierte Sicherheitssystem eines Aachener Entwicklers etwa soll das Leben älterer Menschen in Seniorenwohnanlagen sicherer machen. Das Tracking-Instrument registriert, wenn sich jemand im Raum bewegt und erkennt, wenn eine Person Gefahr läuft, zu stürzen und sich zu verletzen. Sobald das System eine potenzielle Risikosituation identifiziert hat, alarmiert es das Pflegepersonal per App. Die Technologie basiert auf Infrarot-Bewegungssensoren und Logarithmen für maschinelles Lernen. Das System ermittelt das individuelle Sturzrisiko eines Patienten durch die Analyse seines Gangs. Andere Anwendungsbereiche der Lösung: Smart Home, Gebäudeautomation und Industrie 4.0

Die weltweit kleinste Wärmebildkamera möchte ein Entwickler aus der Steiermark auf den Markt bringen. Die Sensoren erkennen Wärmebrücken und damit einhergehende Schimmelgefahr. Die Kamera mit W-LAN-Anschluss eignet sich auch als Nachtsichtgerät und zur Objektüberwachung. Da sie die unsichtbare Wärmestrahlung in sichtbares Licht umwandelt, kann der Nutzer damit Menschen und Tiere auch in vollständiger Dunkelheit erkennen. Zu den anvisierten Zielgruppen gehören Handwerker, Energieberater, Sicherheitsdienste, Polizei, Feuerwehr sowie Techniker in Forschung und Entwicklung.

In von Wassermangel und Dürre bedrohten Regionen zählt jeder Wassertropfen. Ein australischer Erfinder hat deshalb das Wassermesssystem EDC (Every Drop Counts) entwickelt. Es soll helfen, den Wasserverbrauch anwendungsspezifisch – also separat für Dusche, Geschirrspüler, Waschmaschine und Rasen-Sprinkler – auf Basis der Messwerte von Sensoren zu erfassen, zu analysieren und intelligent zu managen.

Turbo für Startups

Rapid Prototyping am eigenen Desktop: Der kompakte 3D-Printer Squink von BotFactory druckt funktionsfähige Leiterplatten.
Rapid Prototyping am eigenen Desktop: Der kompakte 3D-Printer Squink von BotFactory druckt funktionsfähige Leiterplatten.

Aussteller in der Kategorie “Start-ups“ verfügen über konkrete Produkte oder Prototypen, ein Geschäftsmodell und einen Businessplan. Was ihnen noch fehlt, ist Kapital. Auf der electronica haben sie die Gelegenheit, Geschäftspartner, Investoren und Berater kennen zu lernen. Das bereits erfolgreich am Markt agierende New Yorker Startup BotFactory, beispielsweise, produziert und vertreibt einen Multilayer-PCB-Printer namens Squink für Fast Prototyping. Der 3D-Drucker ermöglicht es dem Nutzer, innerhalb weniger Minuten Prototypen von Leiterplatten eigenständig am Desktop herzustellen und so den Designprozess zu beschleunigen und deutlich kostengünstiger zu gestalten. Squink druckt zunächst leitende Tinte auf ein Trägermaterial, trägt dann ein leitender Kleber auf und platziert schließlich die elektronischen Komponenten an den gewünschten Stellen. Mit neuen Druckmaterialien wie Advanced Ink lassen sich Leiterbahnen auf Kapton, FR4, Keramik und Metallen drucken. Mit der Insulating Ink kann man Multilayer-Leiterplatten fertigen. Der Platinen-Drucker kostet zwischen 3.199 Dollar für das Basismodell und 4.499 Dollar für das Premium-Set.

Dass langjährige Berufserfahrung bei der Unternehmensgründung von Vorteil sein kann und auch die Altersgruppe 50 Plus mit neuen Business-Ideen durchstartet, belegt ein Start-up aus Madrid. Es entwickelt nach dem US-Standard FIPS zertifizierte Sicherheits-Chips und Embedded-Systeme für das Internet of Things. Die Gründer bringen ihr über dreißigjähriges Know-How als Ingenieure ein.

Die Start-ups präsentieren Ihre Projekte in der Nähe des Osteingangs. Kommen Sie vorbei, nehmen Sie die innovativen Lösungen in Augenschein und führen Sie interessante Gespräche mit Tüftlern, Gründern und erfahrenen Unternehmern. Die electronica freut sich auf Ihren Besuch.

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