electronica 2016: Gute Sicht auch ohne Licht

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Sehen und gesehen werden – das zählt auch für autonome Fahrzeuge. Da ersetzen eine ganze Reihe von Sensoren die Sinne des Fahrers. Und besser als jedes Auge funktionieren sogenannte LIDAR-Sensoren. Bei Osram (Halle A3/Stand 107) gibt es einen Prototypen zu bestaunen.

LIDAR steht für „Light detection and ranging“ und ist wie der Name schon vermuten lässt dem Radar (Radio detection and ranging) ziemlich ähnlich. Und wie das Radar sind die Laser-Sensoren nicht auf Tageslicht angewiesen.

Das Prinzip ist einfach: Ein sehr kurzer Laserpuls wird ausgesandt, trifft auf ein Objekt, wird reflektiert und von einem Detektor erfasst. Aus der Laufzeit des Laserstrahls ergibt sich die Entfernung. Scanning-LIDAR-Systeme rastern horizontal mit einem Laserstrahl über ein bestimmtes Winkelsegment die Umgebung des Autos ab und erzeugen eine hochaufgelöste 3D-Karte des Umfelds.

LIDAR und MEMS

Der Prototyp-Laser von Osram (Halle A3/Stand 107) zeichnet sich durch eine extrem kurze Pulslänge und vier parallele Ausgangskanäle aus. Eingesetzt wird er erstmals in Scanning-LIDAR-Sensoren auf der Basis von Mikro-Elektromechanischen Systemen (MEMS). Das spart die Mechanik und ist damit deutlich weniger anfällig für Verschleiß. Der 2,7 x 2,3 mm2 große MEMS-Chip wird mit bis zu zwei Kilohertz betrieben und ist eine Entwicklung von Innoluce, einer Tochter der Infineon Technologies AG (Halle A5/Stand 506).

Das Gesamtsystem deckt ein Blickfeld von 120° in der Waagrechten und 20° in der Senkrechten ab und bietet eine Auflösung von 0,1° horizontal und 0,5° vertikal. Bei Tageslicht beträgt die Reichweite für das Erkennen von Fahrzeugen mindestens 200 Meter, für Fußgänger 70 Meter.

Muster des neuen 4-Kanal-LIDAR-Laser werden ab Frühsommer 2017 verfügbar sein, die Markteinführung ist für 2018 geplant.

 

Neben Osram stellt mit dem Start-up Quanergy (Halle B1/Stand 118) auch der führende Anbieter von Festkörper-LiDAR-Sensoren auf der Messe aus. Mit seinen robusten und günstigen Sensoren hat das Unternehmen bereits Mercedes Benz, Hyundai-Kia und Renault-Nissan überzeugt.

Google Car mit LIDAR am Dach

Die Silhouette des Google-Autos mit dem LIDAR am Dach hat sich mittlerweile eingeprägt. (Bild: Google).