LTE-V2X: Tested on German Autobahn

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Mobilfunk und Straßenverkehr – das ist bislang eine oftmals verhängnisvolle Kombination. Ohne Mitwirkung des Fahrers allerdings kann sie auch Verhängnisse abwenden. „Kommunikative“ Fahrzeuge auf einer deutschen Autobahn-Teststrecke sollen das jetzt beweisen

Der vollvernetzte Straßenverkehr soll vieles richten. Wenn sich Autos, Ampeln und was sonst noch mit dem Verkehr zu tun hat miteinander „unterhalten“, können Unfälle gesenkt, Staus vermieden und Energie gespart werden. Voraussetzung dafür ist ein direkter und verzögerungsfreier Austausch von Informationen. Besonders zwischen den Fahrzeugen, denn kleinste Verzögerungen führen unter Umständen zu Katastrophen. Deswegen wartet alles auf den neuen Mobilfunkstandard „5G“ mit Reaktionszeiten von nur einer Millisekunde und Verfügbarkeiten von 99,999%. 2020 soll es so weit sein.

Die aktuelle Übertragung in LTE-Netzen der Deutschen Telekom ist im günstigsten Fall Hundertmal langsamer. Deshalb wurde vor gut einem Jahr auf einer Teststrecke für Car2Car-Pilotprojekte zwischen München und Nürnberg das Mobilfunknetz durch Mobile-Edge-Computing-Technologie von Nokia Networks erweitert. Das verhindert, dass die Kommunikation durch das gesamte Netz geleitet werden muss, sondern lokal innerhalb einer Funkzelle stattfindet. Die Signallaufzeiten verkürzten sich so immerhin auf etwa 20 Millisekunden.

LTE-V2X für Quasi-Echtzeit

Die selbe Strecke ist nun Schauplatz eines neuerlichen Tests. Diesmal soll LTE-V2X (Vehicle-to-everthing) eine praktisch latenzfreie Direkt-Kommunikation zwischen den Autos per Mobilfunk gewährleisten. LTE-V2X basiert auf LTE Advanced Pro (4.5G), nach LTE-Advanced (4G) wohl die letzte Erweiterung des Mobilfunkstandards LTE. Sie erhöht nicht nur die Datenraten und reduziert die Latenz, sondern dient ebenso als Brücke ins 5G-Zeitalter.

Das Versuchsszenario sieht vor, dass auf der Autobahnteilstrecke Geschwindigkeit und Position aller Fahrzeuge im Umkreis von 320 Meter erfasst werden. Für eine bessere Koordination der Kommunikation zwischen den Autos sorgt zusätzlich das bestehende „normale“ Mobilfunknetz.

Vodafone installiert das Mobilfunknetz für die Datenübertragung, vom chinesischen Netzwerkausrüster Huawei kommen die Mobilfunk-Module für die Fahrzeuge und die zusätzliche Kommunikationstechnik in den Basisstationen, Bosch verantwortet den Einbau und führt die Messungen vor Ort durch.

Zunächst wird LTE-V2X als Echtzeit-Warnsystem beim Spurenwechsel auf der Autobahn getestet. Nähert sich etwa beim Spurenwechsel ein Auto mit hoher Geschwindigkeit von hinten, erhält der Fahrer eine Warnung. Später kommen weitere Szenarien wie etwa unvorhersehbare Bremsvorgänge vorausfahrender Fahrzeuge hinzu.

 

 

LTE-V2X (Bild: Deutsche Telekom)

Mitte 2016 hatte die Deutsche Telekom mit Projektpartnern auf der Autobahn-Teststrecke LTE-Vehicular (LTE-V) getestet. (Bild: Deutsche Telekom).