Mobile Health: Direkter Draht zum Weißkittel

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Die „mobile“ Gesundheit kommt nicht so Recht in die Gänge. Und das nicht etwa aus datenschutzrechtlichen Bedenken. Vielmehr fehlen trotz Fitness-Tracker, Smartwatch und Co. die passenden Angebote, wie eine neue Studie zeigt.

Fitness-Armbänder, Smartwatches und entsprechende Apps für Smartphones haben längst Deutschland erobert. Und die Kleiderschränke warten schon ungeduldig auf intelligente Kleidung mit integrierten Sensoren. Nach dem electronica Trend-Index 2020 erfreuen sich am Körper getragene Geräte, mit denen sich Vitaldaten wie Puls, Blutzucker oder Körpertemperatur aufzeichnen und auswerten lassen hierzulande großer Beliebtheit.

Allerdings wird nur ein geringer Teil der gemessenen Daten tatsächlich für medizinische Zwecke genutzt. Die Gründe reichen dabei von Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit sensiblen Gesundheitsdaten über hohe rechtlich-regulatorische Hürden bei der Verwendung von Consumer-Geräten für die medizinische Nutzung bis hin zum Fehlen nachhaltig überzeugender Anwendungsszenarien. Wobei besonders der letzte Punkt gravierend ist.

Den Löwenanteil machen nämlich noch das Tracking diverser Fitness-Aktivitäten, Coaching-Maßnahmen oder „Motivationsspielereien“ aus. Hier liegt also ein riesiges Potenzial brach. Denn wie jetzt die Studie „Mobile Health: Mit differenzierten Diensten zum Erfolg“ von Deloitte und Bitkom zeigt: Über 90 Prozent der Befragten würden ihre mobil erhobenen Gesundheitsdaten mit ihrem Arzt teilen.

Mobile Health Gesundheitsdaten (Bild: Deloitte)
Mit wem würden Sie mobil erhobene Gesundheitsdaten wie z.B. Herzfrequenz oder Blutzucker teilen? (Bild: Deloitte).

Dessen Rolle müsste sich jedoch entscheidend wandeln, wenn er anhand der laufend empfangenen Gesundheitsdaten seiner Patienten sofort bei auffälligen Werten aktiv werden könnte. Noch steht dem allerdings ein komplexes Gesundheitssystem mit Herstellern neuer Angebote, Leistungserbringern, Krankenkassen und Patienten gegenüber. Ohne Anbieter- und branchenübergreifende Kooperationen wird diese Hürde nicht zu nehmen sein.

Zielgruppen für mobile Health

Chronisch Kranke, aber auch ambitionierte Sportler und übergewichtige Patienten könnten dann aber von der Echtzeitübertragung ihrer Vitaldaten und einer schnellen individuellen Auswertung durch medizinisches Fachpersonal profitieren. Und da der vorhandene Mehrwert mit einer entsprechend hohen Zahlungsbereitschaft korreliert, gehört auch die Anbieterseite zu den potenziellen Gewinnern.

Knowledge Base

Deloitte/Bitkom:Mobile Health: Mit differenzierten Diensten zum Erfolg.

PwC:Effizienzpotentiale durch eHealth“. Studie im Auftrag des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e.V. und der CompuGroup Medical SE

A.T. Kearney:Mobile Health: Fata Morgana oder Wachstumstreiber?

 

Wie stehen Sie zur „mobilen“ Gesundheit? Messen Sie schon Ihre Vitalparameter mit Smartphone oder Fitness-Tracker? Würden Sie Gesundheitsdaten Ihrem Arzt anvertrauen? Diskutieren Sie mit uns hier im Blog!

Mobile Health (Bild pixabay)

Bei der "mobilen" Gesundheit ist der Arzt immer in der Leitung. (Bild pixabay).