Aibo – eine Legende kehrt zurück

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Zehn Jahre mussten Liebhaber des Roboterhundes Aibo auf seine Rückkehr warten. Jetzt ist er endlich wieder da, schlauer und liebenswerter denn je.

Aus heutiger Sicht völlig unsmart erlangte Sony’s Robodog mit der prosaischen Modellbezeichnung ERS-110 Kultstatus. Fast wie im wirklichen Leben machen scheinbar auch in der Technik die Mängel letztlich das Liebenswerte aus. Immerhin konnte Aibo (Artificially Intelligent Robot) – so wurde das Hunderl gerufen – sitzen, laufen und sich überkugeln. Nach dem letzten Upgrade folgte er sogar der Stimme seines Frauchens respektive Herrchens und taugte dank einer eingebauten Webcam als Babyfon. Wer keine großen Ansprüche an Musik stellte, ließ sich von ihm auch MP3-Songs via PC-Festplatte vorspielen. Und ganz nebenbei gewann der Vierbeiner mit der Berliner Humboldt-Universität bei den Roboterfußballmeisterschaften (RoboCup) 2004 und 2005 den Weltmeistertitel.

Selbst das konnte ihn allerdings nicht vor dem Einschläfern bewahren. Nach massiven Verlusten in der Unterhaltungselektronik-Sparte musste sich Sony 2006 von dem treuen Freund erwachsener und weniger erwachsener Kinder trennen. Jetzt, da es dem japanischen Elektronikkonzern wieder besser geht, kehrt Aibo als Hightech-Version zurück. Augenscheinlichster Unterschied zum Urahn: Der Roboterkopf ist dem eines niedlichen Dalmatiner-Welpen gewichen.

Aibo in der Cloud

Was aber wirklich zählt, sind die inneren Werte. Ultra-kompakte Aktuatoren erlauben dem neuen Aibo 22 Freiheitsgrade für beinahe natürliche Bewegungen. Und mit zwei OLED-Panels in den Augen kann er zeigen, ob er lustig oder traurig ist. Er erkennt Lächeln, lobende Worte, und dank einer Reihe von Sensoren auch Streicheln an Kopf oder Rücken. Seine Erschaffer erwarten von ihm, dass er mit den Menschen eine emotionale Bindung eingeht, sie erkennt und sich an ihre Vorlieben erinnert. Danach soll er sein Verhalten mit Hilfe künstlicher Intelligenz via Cloud anpassen und auch von anderen Robodogs lernen. Wenn das Hundchen dann all die Anforderungen hungrig gemacht haben, steuert es automatisch die Ladestation an. Etwa zwei Stunden kann dann wieder rumgetollt werden.

Aibo ERS-1000 ist seit dem 27. September in Japan zum Preis von umgerechnet 1,500 Dollar erhältlich. Allerdings macht erst ein zusätzliches Abo für 22 Euro im Monat für den Zugang zur „Hundeschule“ via Cloud den Gefährten so richtig schlau. Die App “My Aibo” mit Zugriff auf die Fotos der Hundekamera gibt es dagegen erst einmal gratis. Neue Tricks aus dem Store kosten dann wieder. Außerdem denkt Sony daran, Aibo in Zukunft als smarter Lautsprecher gegen Amazons Alexa oder Googles Home antreten zu lassen. Die Markteinführung in den USA und Europa soll zeitnah erfolgen. Wau!

Aibo (Bild: Sony)

Sonys Roboterhund Aibo kehrt über zehn Jahren zurück. (Bild: Sony).