Japanischer „Nobelpreis“ für schnelle Transistoren

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Der Halbleiteringenieur Dr. Takashi Mimura wurde in der alten japanischen Kaiserstadt mit dem Kyoto-Preis für sein Lebenswerk geehrt. Er entwickelte Hochfrequenztransistoren wie sie in GPS-Empfängern, Radarsensoren und Mobiltelefonen zu finden sind. Die electronica gratuliert!

Der Kyoto-Preis gilt neben dem Nobelpreis als eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten. Die hochdotierte Ehrung wird stets am 10. November durch die Inamori-Stiftung verliehen – dieses Jahr bereits zum 33. Mal.

Kyoto 2017 Dr. Takashi Mimura
Dr. Takashi Mimura (Bild: Kyoto Prize).

Die Kategorie „Elektronik“ ist allerdings nur alle vier Jahre an der Reihe. 2013 fiel die Wahl auf den amerikanischen Elektroingenieur Dr. Robert Heath Dennard. Zu seinem wohl wichtigsten Beitrag zählt die Erfindung des dynamischen RAMs (DRAM, Dynamic Random Access Memory) im Jahr 1966. Dieses Jahr nun folgt Dr. Takashi Mimura. Er hatte 1979 bei Fujitsu Hochfrequenztransistoren, sogenannte HEMTs (High Electron Mobility Transistors), entwickelt. Und damit maßgeblich zum Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnologie beigetragen.

HEMT – Transistor mit hoher Elektronenbeweglichkeit

Beim „high-electron-mobility transistor“ (HEMT) handelt es sich um eine spezielle Bauform des Feldeffekttransistors für sehr hohe Frequenzen. Er besteht meist aus p-dotiertem Aluminium-Galliumarsenid (AlGaAs) und einer hochreinen Schicht Galliumarsenid. Da die Bandlücke des AlGaAs größer ist als die des GaAs, bildet sich an der Grenzfläche dieser beiden Materialien ein zweidimensionales Elektronengas mit sehr hoher Elektronenbeweglichkeit. Die Folge: diese Art Transistoren schalten extrem schnell und sind äußerst rauscharm.

Sie werden deshalb in Mikrowellenempfängern für Radioastronomie, in Empfängern für Satelliten- und GPS-Systeme, in Mobiltelefonen und Basisstationen sowie im Abstands-Radar für Automobile eingesetzt. Eignen sich aber auch als schnelle Leistungsschalter mit Durchbruchspannungen von mehreren Kilovolt.

Kyoto-Preis: Auszeichnung mit Tradition

Der Kyoto-Preis wurde 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera mit Hauptsitz in Kyoto, ins Leben gerufen. Die Auszeichnung umfasst ein Diplom, die Kyoto-Preis-Medaille und das Preisgeld in Höhe von jeweils 50 Millionen Yen (rund 400.000 Euro).

Der diesjährige Preisträger Dr. Takashi Mimura, 72, aus Osaka ist Gastwissenschaftler am Advanced ICT Research Institute des National Institute of Information and Communications Technology, Japan. Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter die renommierte Ehrenmedaille am Violetten Band der Japanischen Regierung, den ISCS Heinrich Welker Award und den Japan Society of Applied Physics Achievement Award.

Dr. Takashi Mimura (Bild: Kyoto Prize).

Der Kyoto-Preis im Bereich Elektronik geht dieses Jahr an Dr. Takashi Mimura. (Bild: Kyoto Prize).