STARTUP: Kabellose Ladegeräte für autonome Roboter

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Warum sollen Elektroautos nicht wie Zahnbürsten kabellos geladen werden? In Zukunft vielleicht sogar während des Fahrens auf einer eigenen Ladespur in der Autobahn. Ein Freiburger Start-up glaubt daran und räumt mit seiner Technologie eine ganze Reihe Preise ab.

Mobile autonome Roboter machen den Weg frei für die Realisierung völlig neuer Produktionskonzepte. Die Selbständigkeit hört aber spätestens mit einem leeren Akku auf. Und teure Robotiksysteme, die Stunden an der „Steckdose“ verbringen, rechnen sich nicht. Kabellose Schnellladegeräte mit der etaLINK-Technologie des Freiburger Start-ups Blue Inductive setzen genau hier an. Ähnlich wie bei Induktionsherden und Ladestationen für elektrische Zahnbürsten oder Smartphones übertragen sie Energie induktiv – also über ein Magnetfeld.

Damit ist man nicht das einzige Unternehmen in dem Bereich, aber technisch mit in der Champions League. Schließlich fließen die Ergebnisse langjähriger Forschungsarbeit in das Schaltungslayout, Spulendesign und in die Regelungstechnik ein.

Kabellose Ladegeräte für mehr Autonomie

Allzu weit auseinander dürfen Sender und Empfänger bei der Energieübertragung allerdings nicht sein. Bleibt man jedoch unter 20 Zentimeter, stehen die erreichten Wirkungsgrade von über 90 Prozent denen kabelgebundener Ladegeräte in nichts nach. Aktuell ist das System mit Leistungen von 3 kW vor allem für das Laden von autonomen Industriefahrzeugen wie Gabelstaplern, Packrobotern oder mobilen Montageplattformen ausgelegt.

Als Empfänger am Fahrzeugunterboden dient eine etwa zwei Zentimeter dicke Empfangsspule im Format einer Schallplattenhülle mit der dazugehörigen Ladeelektronik. Der stationäre Sender ist ähnlich aufgebaut. Neben dem Einsatz in Montagehallen lässt sich das System ebenso auf Parkplätzen für Elektrofahrzeug einsetzen. Umgekehrten könnte die Technologie in fernerer Zukunft auch die Energie vieler Fahrzeugbatterien dem Stromnetz als Regelenergie zur Verfügung stellen. Denn die Ladevorrichtung funktioniert in beide Richtungen.

Blue Inductive hat allerdings erst einmal mobile Industrieroboter im Blick. Schon Anfang nächstes Jahr soll ein Lade-System dafür in Serie gehen. Die deutschen Autobauer haben schließlich erst einmal genug zu tun, kabelgebundene Ladestationen aufzubauen.

Erster Preis für kabellose Ladegeräte

Diese Woche gab es nach dem „Freiburger Innovationspreis“ im Februar beim Businessplanwettbewerb „CyberOne Hightech Award Baden-Württemberg“ im Branchenschwerpunkt „Industrielle Technologien“ den 1. Platz und 10.000 Euro. In die vielversprechende Technologie investieren außerdem Phoenix Contact Innovation Ventures, der VC Fonds Baden-Württemberg, der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft und ein Business-Angel.

Blue Inductive  (Bild: Blue Inductive).

Das Gründer-Quartett hatte sich bei einem Projekt zum Laden von E-Autos am Fraunhofer ISE kennengelernt: Florian Reiners, Benriah Goeldi, Johannes Tritschler und Johannes Mayer (v.l.). (Bild: Blue Inductive).