Deutscher Zukunftspreis für Volksroboter

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Erschwingliche und für jedermann bedienbare Roboter sind bislang eher Spielzeug als wirklich nützliche Kameraden. Anders die sensible, kooperative Variante der Franka Emika GmbH aus München. Dafür gab es gestern den Deutschen Zukunftspreis. Die electronica gratuliert!

Eines nicht mehr so fernen Tages sind nicht nur in den Fertigungshallen Roboter Alltag. Auch in den eigenen vier Wänden erledigen sie Hausarbeiten oder versorgen etwa Kranke oder Alte. Einen weiteren Schritt hin zu diesen lernfähigen Roboterassistenten leistet seit Jahren ein Forscherteam aus Hannover und München.

Gestern Abend konnten nun Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin, Direktor am Institut für Regelungstechnik der Leibniz Universität Hannover zusammen mit seinen Partnern Dr. Simon Haddadin und Sven Parusel von der Franka Emika GmbH aus München dafür den Deutschen Zukunftspreis 2017 für Technik und Innovation entgegennehmen. Alle drei haben zusammen bereits jahrelang am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich der sensitiven Leichtbauroboter und Soft-Robotik geforscht.

FRANKA – der sensible Roboter

Der sensible und intuitiv bedienbare Roboterassistent FRANKA des Gewinnertrios arbeitet mit viel „Fingerspitzengefühl“ ohne trennende Schutzzäune in der Industrie und im „Privaten“ mit Menschen zusammen. Dazu erfordert seine Bedienung keinerlei Programmierkenntnisse. Denn Tätigkeiten, die FRANKA ausführen soll, müssen lediglich vorgemacht werden. Daraus lernt die Maschine wie ein Kleinkind und nutzt das erworbene Wissen selbständig auch für andere Herausforderungen. Aufgaben und Bewegungsabläufe werden dabei visuell in kleine Programm-Module zerlegt, sogenannte Roboter-Apps. Sie machen die Nutzung von Robotern so einfach wie den Umgang mit einem Smartphone. Erste „Kollegen“ sollen den Gewinnern zufolge schon seit Sommer diesen Jahres „Jobs“ in der Forschung und Industrie erledigen.

Deutscher Zukunftspreis für Innovationen

Der Deutsche Zukunftspreis würdigt herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wesentlich für die Entscheidung der Jury sind der wissenschaftlich-technische Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert.

Ebenfalls für den Deutschen Zukunftspreis nominiert waren:

Dr. rer. nat. Dipl.-Inf. (Univ.) Klaus Dieter Engel, Dr.-Ing. Robert Schneider, Siemens Healthineers, Erlangen, und Prof. Dr. med. Franz A. Fellner, Kepler Universitätsklinikum GmbH, Linz mit ihrer Entwicklung „„Anatomietrifft Kino – Cinematic Rendering“ und

Dr.-Ing Stefan Schulz, Dipl.-Ing. Adrian Andres und Matthias Basler M.Sc., Vincent Systems GmbH, Karlsruhe, mit ihren Arbeiten zu „Helfende Hände – maßgeschneiderte Hightech-Prothesen“.

(Bild: Ansgar Pudenz/DZP).

Das Gewinnertrio v.l.n.r): Sven Parusel, Franka Emika GmbH, Sami Haddadin (Sprecher), Leibniz Universität Hannover, Simon Haddadin, Franka Emika GmbH. (Bild: Ansgar Pudenz/DZP).