Smart Fashion: Ganz schön elektronisch

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Smartphone, Smart Home und Smartwatch sind fast schon „old fashioned“. Smart Fashion heißt der neue Trend. Ob Sie dafür schon Platz im Kleiderschrank schaffen müssen, erfahren Sie in zwei Wochen vom 13.-15. März auf der LOPEC in München.

Ein Seidenkleid mit dreitausend Leuchtdioden verwandelte den Auftritt der Stilikone Katy Perry auf dem New Yorker Wohltätigkeitsball zu einem einzigartigen, richtungsweisenden Spektakel. Jetzt – acht Jahre später – scheint, was Start-ups, Modetüftler und Techniker schon lange in Hinterzimmern und Labors „ausbrüten“, langsam reif für das Licht der Welt zu sein. Kleidungsstücke leuchten, kommunizieren, bezahlen, überwachen unsere Vitalwerte und warnen uns vor „Dieselfahrzeugen“.

Spüren statt hören

Die leuchtende Chiffonschöpfung von Katy Perry entsprang damals dem Londoner Modehaus CuteCircuit.  Schon 2004 gegründet, hat sich das Label von Anfang an tragbarer elektronischer Mode verschrieben. Die stellt nun der Pionier auf dem diesjährigen LOPEC-Kongress vor. Etwa ein „Soundshirt“, das taube Personen Konzerte fühlen lässt. Sechzehn Mikroaktuatoren im Textil wandeln dazu Klänge in Vibrationen um – der Arm spürt die Geigen, der Rücken das Schlagzeug. Ähnlich funktioniert das „Hug Shirt“, das den Träger sanft drückt, wenn eine Person ein Umarmungssignal per Handy ans Shirt schickt.

Noch werden die Elektronikkomponenten für die smarte Mode direkt auf die Kleidungsstücke oder auf dünne Folien gedruckt, die sich dann auf das Gewebe laminieren lassen. Zukünftig sind sogar komplett leitfähige Textilien denkbar. So zeigt CuteCircuit zum Beispiel ein „kleines Schwarzes“ aus dem Wundermaterial Graphen. Mit Hilfe integrierter Sensoren und eines Mikroprozessors kann damit das Atemmuster via LEDs nach außen hin dargestellt werden.

Smart Fashion mit Intel inside

Mittlerweile mischen die Tech-Giganten auf dem Modeparkett mit. Google und Levi’s etwa entwickelten zusammen eine Jacke für Fahrradfahrer. Die „Levi’s Commuter Trucker Jacket verbindet sich mit dem Smartphone und ermöglicht dann Gestensteuerung. Die Technik dazu steckt in einem flexiblen Plastikteil in der Manschette. Für 350 US-Dollar gibt es die Jacke im Levi’s Online Store zu kaufen.

Chipsatz Curie für Smart Fashion
Intels Chip „Curie“ für smarte Fashionistas (Bild: Intel).

Auch die Deutsche Telekom zeigt sich trendy und startete letztes Jahr zum zweiten Mal einen Wettbewerb für intelligente Mode. Im Rahmen des internationalen Ideenwettbewerbs „Fashion Fusion“ konnten junge Talente mit Experten aus der Fashion-Branche und der Start-up-Szene ihre „Smart Fashion“ marktreif machen.

Und wer wie Intel mit Chips sein Geld verdient, muss rechtzeitig Trends bedienen, die nach Silizium „riechen“. Der hauseigene Chip trägt mit „Curie“ den Namen einer Frau, die sich mit Strahlkraft auskannte. Die übt mittlerweile das knopfgroße Bauteil auch auf eine ganze Reihe von Modedesignern aus. Es verfügt über eine integrierte Mustererkennung und eine gewisse Lernfähigkeit. Eigenschaften, welche zum Beispiel die Designerin Becca McCharen für ihr berühmtes Flügel-Kleid Adrenalin nutzte. Es passt seine Form dem eigenen Stresslevel an. Zu welchem Zweck auch immer.

 

 

 

Smart Fashion macht Outfits interaktiv. (Bild: Cutecircuit).

Smart Fashion macht Outfits interaktiv. (Bild: CuteCircuit).