TREND IIoT: Das Jahr des Durchbruchs?

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Noch immer schrecken viele Unternehmen vor der Umsetzung von IoT-Projekten zurück. Dass sich aber 2018 manches zum Guten wenden könnte, zeigen jetzt zwei aktuelle Studien.

Das IoT ist nicht zu stoppen. Gartner zufolge sollen 2018 über elf Milliarden Geräte vernetzt sein. Davon vier Milliarden im Business-Bereich. Schon 2020 könnten dann mehr als die Hälfte großer Geschäftsprozesse eine IoT-Komponente beinhalten. Denn das „Netzwerk der Netze“ ist die zentrale technische Grundlage für digitale Geschäftsmodelle. Und wer die physikalische mit der digitalen Welt verbinden will, muss IoT „können“.

Dass da noch eine deutliche Kluft zwischen den Erwartungen an den mit dem IoT verbundenen Transformationsprozessen und deren Umsetzung besteht, monierte Ende 2017 eine Studie von General Electric (GE). Etwas mehr Hoffnung dagegen verbreiten jetzt aktuelle Befragungen von IDC und Vodafone.

Aller Anfang ist schwer

IoT-Projekte kämpfen hierzulande immer noch mit Startschwierigkeiten. Vor allem die hohe Komplexität bei der Auswahl von Technologien und Anbietern erschwert den Einstieg für ein Viertel der Unternehmen einer IDC-Befragung vom Januar 2018. Dazu kommen das Fehlen ganzheitlicher IIoT-Lösungen und die Angst vor entstehenden Sicherheitslücken in den IT-Systemen.

Auch die knapp 1.300 weltweit befragten Entscheider zum „Vodafone IoT-Barometer 2017“ sehen mögliche Sicherheitsmängel als großes Hemmnis. 18 Prozent fürchten Sicherheitsverletzungen, 15 Prozent Datenschutz-Probleme. Danach folgen ein Mangel an Budget (14 Prozent) und internem Know-how (10 Prozent). Dreiviertel der Unternehmen stemmen darüber hinaus ihre IoT-Projekte mit Externen.

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Planung neuer IoT-Projekte und Budgets für 2018. (Bild: IDC).

Die nicht unerheblichen Herausforderungen halten jedoch 72 Prozent der von IDC Befragten nicht davon ab, neue IoT-Projekte zu planen. Dem „Vodafone IoT-Barometer“ zufolge, sehen sich sogar 88 Prozent der Entscheider auf Grund von „messbaren“ Erfolgen in der Vergangenheit zu weiteren Investitionen in dem Bereich ermutigt. Hier korreliert allerdings der Umfang der Vernetzung deutlich mit der in der Vergangenheit erreichten Rendite (ROI). So haben Firmen mit mehr als 50.000 vernetzten Geräten deutliche Vorteile gegenüber solchen mit weniger als hundert.

Plattform ist nicht Plattform

Viele Anbieter locken mittlerweile mit „IIoT-Plattformen“. Und nicht jede wird dem Label gerecht. Grundsätzlich verknüpfen sie systemübergreifend Geräte und Applikationen im Internet der Dinge, mittlerweile auch mit Analyse-Funktionen wie etwa Machine Learning.

Ein Fünftel der von IDC befragten Unternehmen arbeiten bereits mit so einer Plattform, weitere 51 Prozent planen ihren Einsatz dieses Jahr. Beim „Vodafone IoT Barometer“ nutzt fast die Hälfe der Befragten IIoT für analytische Verfahren. Mit einer stärkeren Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning rechnen 79 Prozent.

Der Connectivity-Dschungel

Was Übertragungstechnologien angeht, haben die Unternehmen die Qual der Wahl. Wer da nicht alle Faktoren wie Kosten, Reichweite, Batterieverbrauch, Bandbreite und Skalierbarkeit berücksichtigt, handelt sich IDC zufolge schnell einen „Show-Stopper“ ein. Zum Einsatz kommen aktuell Mobilfunk (40 Prozent), Kabel (38 Prozent) und Nahbereichsverbindungen wie WLAN oder Bluetooth (34 Prozent). Innovative Technologien wie Low Power Wide Area Networks (LPWAN) spielen mit 12 Prozent nur eine Nebenrolle. Nach IDC dürfte sich das aber in Zukunft ändern. Der Name liefert da schon einen hinreichenden Grund: Geringer Energieverbrauch, hohe Reichweite!

Core vs. Edge vs. Endpoint

Den Ort für die Datenverarbeitung bestimmt das „Entscheidungszeitfenster“. Spätestens mit der Automatisierung der Produktion werden Echtzeit-Analysen und –Entscheidungen essentiell. Für die Strecke zum Data Center (Core Computing) und zurück bleibt dann oftmals keine Zeit. Die Datenanalyse muss in der Nähe (Edge) oder im IoT-Endpunkt selbst stattfinden. IDC zufolge sind davon schon nächstes Jahr bis zu 40 Prozent der IoT-Daten betroffen. Aktuell setzen 14 Prozent der befragten Firmen Edge Computing ein, weitere 32 Prozent wollen bis Ende des Jahres folgen.

Fazit

Die Studienergebnisse zeigen, dass IIoT sowohl national als auch international keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits entscheidend für die aktuelle digitale Transformation ist. IDC geht davon aus, dass 2018 zumindest hierzulande als das Jahr des IoT-Durchbruchs in die Geschichte eingehen könnte.

Zu den Studien

Für das „Vodafone IoT-Barometer 2017“ befragte das britische B2B-Marktforschungsinstitut Circle Research im Auftrag von Vodafone weltweit Unternehmen zum Einsatz von IIoT-Anwendungen. An der Umfrage nahmen 1.278 Personen aus 13 Ländern und acht Branchen teil.
Alle Ergebnisse des IoT-Barometers 2017/18 können Sie unter vodafone.de/IoT herunterladen.

Um Einblicke in die Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in puncto IoT-Technologien zu erhalten, hat IDC im Januar 2018 444 Organisationen aus acht Fokusbranchen in Deutschland mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt.
Eine Zusammenfassung der aktuellen Studie können Anwenderunternehmen kostenfrei hier anfordern.

General Electric (GE) hat bei seiner Konferenz Minds + Machines eine im Oktober 2017 Studie vorgestellt, die die wachsende Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Unternehmensleitung und den Realitäten in den Unternehmen im Bezug auf die digitale Transformation beleuchtet.
GE Digital Industrial Evolution Index Executive Summary (PDF).

 


 

Erfahren Sie mehr über das Industrial IoT auf dem Industrial Internet of Things Forum , dem Cyber Security Forum und der Cyber Physical Systems Conference (CPS).

 

 

TREND IIOT (Bild: pixabay/Gerd Altmann).

Aktuelle Studien phrophezeien in Sachen Industrial Internet of Things (IIoT) rasche Implementierungen. (Bild: pixabay/Gerd Altmann).