automatica Trend Index 2018: Kollege Roboter erobert die Arbeitswelt

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Roboter und Künstliche Intelligenz (KI) machen die Fertigung schneller, zuverlässiger und preiswerter. Aber muss der Mensch dabei das Nachsehen haben. Für den automatica Trend Index 2018 wurden weltweit 7.000 Arbeitnehmer dazu befragt.

Die Roboterdichte in den Fertigungsindustrien nimmt laut dem Robotikverband IFR (International Federation of Robotics) weltweit unaufhaltsam zu. Durchschnittlich kamen 2016 auf 10.000 Mitarbeiter 74 Kollegen aus Blech. Ein Jahr zuvor waren es noch 66. Deutschland belegt dabei mit 309 Einheiten nach Korea (631 Einheiten) und Singapur (488 Einheiten) den dritten Platz. Insgesamt „werkeln“ derzeit rund 1,8 Millionen Industrieroboter in den Fabrikhallen rund um den Globus. Bis 2020 rechnet der IFR mit knapp drei Millionen.

automaticaBislang hat das noch nicht zu Arbeitsplatzverlusten geführt. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigte erst vor kurzem, dass die rasante Ausrüstung mit Industrierobotern in deutschen Betrieben sogar eine positive Jobbilanz zur Folge hat. Automatisierung und Robotik werden allerdings unstrittig eine Vielzahl alter Stellen kosten, aber auch neue Jobs hervorbringen. Mit welchem Saldo man dabei rechnen muss, da scheiden sich die Meinungen zum Teil erheblich.

Zuversichtlicher automatica Trend Index

Die 7.000 im Rahmen des automatica Trend Indexes 2018 befragten Arbeitnehmer aus USA, Asien und Europa sehen jedenfalls überwiegend hoffnungsvoll in die Zukunft. Dass menschliche Stärken mit robotertypischen Skills kombiniert die Fertigung insgesamt verbessern, daran glauben rund 70 Prozent der Studien-Teilnehmer. Ebenfalls hält man dem „Kollegen Roboter“ zugute, dass er gesundheitsschädliche Arbeiten übernimmt und mit gefährlichen Werkstoffen hantiert (64 Prozent).

Ebenso viele sprechen sich für die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in Mensch-Maschine-Teams aus. 73 Prozent sehen darin einen Vorteil, etwa durch die einfachere Bedienung der Roboter per Sprachbefehl oder Touchpad.

Weiterbildung hinkt hinterher

Für die eigene Aus- und Weiterbildung wünschten sich die Beschäftigten allerdings ein konsequenteres Engagement von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei sieht die Mehrheit (68 Prozent) die neue Zusammenarbeit mit Robotern durchaus auch als Chance, sich beruflich fortzubilden. Jeder Zweite rechnet dadurch zudem mit qualifizierteren und besser bezahlteren Jobs.

automatica trend index 2018

Für den automatica Trend Index 2018 wurden im Januar 2018 jeweils 1.000 Arbeitnehmer in den USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien über ein Marktforschungsinstitut via Online-Panel bevölkerungsrepräsentativ gefragt, wie Roboter und Digitalisierung die Arbeitswelt verändern.

automatica 2018

Auf der Sonderschau des VDMA Robotik + Automation „Der Mensch in der Smart Factory“ (Halle B4, Stand 338) können sich Fachbesucher vom 19.-22. Juni 2018 auf dem Messegelände München ein Bild davon machen, welche Rollen Mensch und Maschine in der digitalen Fabrik spielen werden.

https://automatica-munich.com

 

 

automatica Trend Index 2018 (Bild: obs/AUTOMATICA/Messe München)

Unternehmen können bei Robotik und Automation mit einer positiven Grundeinstellung ihrer Angestellten rechnen. (Bild: obs/automatica/Messe München).