Mittelstand meets Start-up

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Mittelständler sind hierzulande eigentlich offen für eine Zusammenarbeit mit Start-ups. Ohne „Kollege Zufall“ bleibt es aber leider meist bei der Absichtsbekundung. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Viele Großunternehmen haben es längst erkannt: Wer flexibel und innovationsfähig bleiben will, muss sich an Start-ups orientieren. Denn sie müssen nahe am Markt agieren und sich extrem schnell auf neue Situationen einstellen. Nur wer ständig sein Geschäftsmodell weiterentwickelt, überlebt. Weil diese latente Unsicherheit mittlerweile auch größere Unternehmen befallen hat, holen sie sich losgelöst vom Tagesgeschäft Start-up-Kultur etwa über interne Gründerzentren (Inkubator) oder Übernahmen ins Haus.

Dass gerade amerikanische Unternehmen wie Google, Facebook und Co. – vor nicht langer Zeit selbst noch Start-up – diesen Gründergeist fördern und davon profitieren, wird niemanden überraschen. Nicht so naheliegend stellt es sich dagegen für mittelständische Unternehmen dar. Sie sind ohne externes Kapital, organisch gewachsen und verfolgen eine immer noch erfolgreiche Ingenieursmentalität. Perfektionismus, Risikominimierung, inkrementelle Verbesserungen oder der Fokus auf Kernkompetenzen gehören aber nicht unbedingt zu typischen Start-up-Eigenschaften. Um nicht zu sagen, sie sind geradezu das Gegenteil. Der Mangel an Gemeinsamkeiten kann in dem Fall jedoch für beide Seiten ein immenses Lernpotential eröffnen.

Aufgeschlossene KMUs

Mittelstand meets Start-up (Bild: RKW)So zeigt die neue Studie „Mittelstand meets Startups 2018“ des RKW Kompetenzzentrums auch, dass viele kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dies erkannt haben. Siebzig Prozent der befragten KMU kann sich eine Zusammenarbeit mit einem Start-up vorstellen. Vierzig Prozent haben bereits Kooperationserfahrungen in der Vergangenheit und würden es nahezu alle wieder tun.
Schließlich sehen von ihnen mehr als vierzig Prozent in der Digitalisierung eine große Herausforderung. Hier käme den Start-ups die Rolle des Türöffners für neue Märkte oder Zielgruppen zu. Beim Cloud-Computing und der Künstliche Intelligenz (KI) erwarten die KMU von den jungen Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen. Denn gerade die künstliche Intelligenz – eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts – wird oftmals von Start-ups vorangetrieben. Auf ihr Konto gehen Bilderkennung, Sprachverarbeitung oder automatisiertes Fahren.

„Mittelstand meets Start-up“ per Zufall

Leider entspringt die Zusammenarbeit bislang weniger einem strategischen Vorgehen seitens der KMU, vielmehr steht bei beinahe dreiviertel der Kontakte der „Zufall“ Pate. Nur 27 Prozent planen den Kontakt zu Jungunternehmen. Hier wartet ein großes Potenzial darauf, gehoben zu werden.

Dazu kommen verschiedenste Kanäle in Betracht. Empfehlungen von Geschäftspartnern, Kollegen sowie Bekannten sind der RKW-Studie zufolge in den meisten Fällen der Ausgangspunkt. Internetrecherche und Messen führten bei jeweils knapp vierzig Prozent zum Kontakt. Veranstaltungen wie die electronica bieten dazu eigene Plattformen. So präsentieren Start-ups dieses Jahr auf der Weltleitmesse für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik vom 13. – 16. November in München im Rahmen des electronica fast forward (e-ffwd) ihre Ideen, Prototypen, Produkte oder Dienstleistungen in Pitches, Demonstrationen und persönlichen Gesprächen.

Zur Studie

Für die Studie „Mittelstand meets Startups 2018“ wurden 250 kleine und mittlere Unternehmen aus den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Information und Kommunikation sowie Chemie und Pharma im März 2018 telefonisch befragt.

Alle Ergebnisse der Studie, weitere Zitate und Infografiken finden Sie unter https://www.rkw-kompetenzzentrum.de/gruendung/studie/mittelstand-meets-startups-2018/.

 

Mittelstand meets Start-up (Bild: RKW).

Modell mit Zukunft: Mittelstand und Startups arbeiten erfolgreich zusammen. (Bild: RKW).