TREND Smart City: Willkommen in der KI-Stadt

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Mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung werden bis 2030 in Städten leben. Dabei sind scheinbar nur Technologien der künstlichen Intelligenz in der Lage den Kollaps zu verhindern.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts lebten gerade einmal zwei Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Heute sind es bereits 55 Prozent, und einem aktuellen UN-Bericht zufolge werden im Jahr 2050 zwei Drittel der 9,7 Milliarden Erdbewohner in urbanen Konglomeraten wohnen.

Nimmt man Megastädte mit über zehn Millionen Einwohnern wie etwa Lagos oder Jakarta zum Beispiel, dann tun sich Horrorszenarien auf. Denn ohne Steuerung führt ungebremstes Wachstum zu gravierenden ökologischen, infrastrukturellen und sozialen Problemen. Um die in den Griff zu bekommen, sind „smarte“ Lösungen gefragt – „Smart Cities“ eben. Mit integrierten, digitalen Infrastrukturen stehen sie für Klimaschutz, nachhaltiges Ressourcenmanagement sowie für die Anpassung an den demografischen Wandel und an sich verändernde gesellschaftliche Anforderungen. Das Ziel ist ein attraktiver Lebensraum für alle bei gleichzeitiger Wettbewerbsfähigkeit für die Wirtschaft.

Neben einem personalisierten Gesundheitswesen, der Robotik, modernen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und dezentraler Energiegewinnung gehört künstliche Intelligenz (KI) zu den technologischen Eckpfeilern einer zukünftigen Smart City. Denn Daten sind das Lebenselixier moderner Städte und KI der Schlüssel, um daraus Informationen und letztlich Erkenntnisse zu gewinnen. Mit enormen Auswirkungen auf das Verkehrs- und Parkplatzmanagement, die öffentliche Sicherheit, das Gesundheitswesen, die Strafverfolgung sowie städtische Dienstleistungen.

Gute Geschäfte in der Smart City

Städte waren aber auch schon immer Orte, an denen Business gemacht wird. So sollen einer aktuellen Studie von Frost&Sullivan zufolge Smart Cities bis 2025 Geschäftsmöglichkeiten im Wert von über zwei Billionen US-Dollar eröffnen. Dabei wird der Sektor „Smart Energy“ in der Asien-Pazifikregion am schnellsten wachsen. An der Spitze China mit Umsätzen in der Höhe von 320 Milliarden US-Dollar. Nordamerika folgt knapp dahinter mit vielen Städten aus der zweiten Reihe (Tier-2-Städte) wie Denver und Portland. Dort wächst der Markt für Smart Buildings mit intelligenter Sensorik, Systemen, Hardware, Steuerung und Software auf einen Gesamtwert von 5,64 Milliarden US-Dollar bis 2020.

Navigant Smart Cities (Image: Navigant)
Der Smart City Tracker von Navigant zeigt wie die einzelnen Bereiche auf verschiedenen Kontinenten wachsen. (Image: Navigant).

Durch das Engagement der Europäischen Union finden jedoch die weltweit meisten Investitionen in Smart-City-Projekte in Europa statt. So erwirtschaftet etwa allein der europäische Markt für App-basierte Taxi- und Fahrvermittlungsdienste (E-Hailing) derzeit 50 Milliarden US-Dollar. Bis 2025 erwarten die Analysten von Frost eine Steigerung auf 120 Milliarden.

Urban in Deutschland

Die Umsätze im deutschen Smart-City-Markt sollen sich laut einer Studie von eco und Arthur D. Little von circa 20,4 Milliarden Euro letztes Jahr bis 2022 auf 43,8 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 16,5 Prozent. Dabei raten die Analysten deutschen Unternehmen  entsprechende Produkte und Services mit Testkunden und Referenzprojekten auf den Markt zu bringen. Nur so können sie bei den großen Mega-Projekten, wie sie bereits heute international durchgeführt werden, zum Zuge kommen. Chancen hat im Ökosystem Smart City der Studie zufolge allerdings nur, wer sich proaktiv für Kooperationen mit Unternehmen unterschiedlichster Sektoren öffnet.

Smart City (Bild: A.D.Little)Moderne Mobilitätsstrategien wie sie Wien oder Dubai zum Teil schon umgesetzt haben, sieht die Studie in Zukunft auch in Deutschland realisiert. Für das größte Marktvolumen sorgt dabei nach wie vor die Transport & Logistik-Branche. Intelligente Parksysteme, reibungslose Verzahnung unterschiedlicher Verkehrssysteme und intelligentes Verkehrsmanagement sind nur einige der Services aus diesem Segment. Hohe Investitionen sind auch bei der IT-Sicherheit und Netzinfrastruktur zu erwarten. Zusammen mit dem Bereich physischer Sicherheit mit audiovisueller Überwachung, intelligenten Zugangskontrollsystemen sowie Identitätsmanagement und Gebäudeautomatisierung vereinen die Wachstumsfelder über 65 Prozent des gesamten Smart-City-Marktes im Jahr 2017 (circa 3,5 Milliarden Euro).

Mit einem jährlichen Wachstum von rund 27 Prozent wird auch das Marktsegment Bildung besonders stark zulegen. Zwar steht die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen noch am Anfang. Die nächsten Jahre werden aber hohe Ausgaben für Hardware, Software und Service-Leistungen wie Cloud-Plattformen sowie digitale Lehrinhalte sehen.

Ähnliche Wachstumsprognosen gibt die Studie für die Gesundheits-Infrastruktur ab. Hier treiben mobile Gesundheitsgeräte wie portable Blutzuckermessgeräte die Entwicklung voran. Und die alternde Bevölkerung wird zunehmend von digitalen Patientenakten und persönlichem Gesundheitsmanagement profitieren.

Noch wartet ein Großteil der öffentlichen Infrastrukturen, die unsere Städte spätestens 2050 benötigen werden, auf ihre Realisierung. Entscheidungen von heute müssen deshalb neue technische Möglichkeiten und künftige Dienstleistungen bereits berücksichtigen. Dazu kommt, dass aktuelle Smart City-Lösungen noch aus nicht vernetzten Datensilos bestehen. Gefragt sind jedoch integrierte Ansätze, die alle vertikalen Branchen auf einer einzigen Plattform vereinen. Das IoT gibt schließlich bereits den Weg vor.

Knowledge Base

eco und Arthur D. Little: Der deutsche Smart-City-Markt 2017 bis 2022. Zahlen und Fakten“. eco-Mitglieder erhalten die Studie auf Anfrage unter mitglieder@eco.de kostenfrei. Für Nicht-Mitglieder gibt es kostenfrei eine Management-Summary oder die komplette Studie für 149 Euro.

 


Erfahren sie mehr über IoT-spezifische Wireless-Technologien für Smart Cities auf dem Wireless Congress.

 

 

 

 

TREND Smart City (Bild: Frost&Sullivan)

Die weltweit höchsten Investitionen in Smart-City-Projekte wird man in Europa finden. (Bild: Frost&Sullivan).