TREND Smart Home: Haus denkt mit

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Auch in Zukunft sorgt eine „smartes“ Zuhause für mehr Sicherheit und Komfort bei geringeren Energiekosten. Zusätzlich aber wird es ungefragt die Bedürfnisse der Bewohner befriedigen.

Analysten schwärmen seit Jahren von einem gigantischen Smart-Home-Boom. Hierzulande sollen sich laut dem Verband der Internetwirtschaft (eco) die Anzahl der Hightech-Heimstätten bis 2022 von aktuell zwei Millionen auf rund acht Millionen vervierfachen. Und Gartner geht davon aus, dass von 20,4 Milliarden vernetzten Dingen bis 2020 mehr als die Hälfte (12.8 Milliarden) in den Haushalten ihren Dienst verrichten werden.

Smart Home (Bild: eco)
Energiemanagement mit 1,3 Milliarden Euro und Licht- und Fenstersteuerung mit 1,2 Milliarden Euro sorgen für die höchsten Umsätze. (Bild: eco).

Von einem Boom zu sprechen ist einer Deloitte-Studie zufolge allerdings zu früh. Auch wenn sich in den letzten drei Jahren smarte Heimgerätschaften zunehmender Beliebtheit erfreuten.

Und so richtig smart sind sogenannte „intelligente“ Schalter, Steckdosen, Leuchten und selbst die Smart Speaker von Amazon oder Google eigentlich nicht. Muss sie doch der Nutzer erst mit Kommandos oder einer Codierung zum „Laufen“ bringen. Erst wenn Wohnungen oder Häuser die Bedürfnisse der Bewohner erahnen und selbstständig für ihre Befriedigung sorgen, werden die smarten Verheißungen wirklich erfüllt.

Smart Home 2.0

Den ersten Schritt in diese Richtung unternahm das Start-up Nest bereits 2011 mit Thermostaten, die aus der manuellen Nutzung lernten, um später autonom die passenden Einstellungen vorzunehmen. Mittlerweile von Google gekauft, entwickelte man bei Nest das Thermostat zur Schaltzentrale für das Smart Home weiter. Und erst kürzlich komplettierte das Unternehmen mit der Nest Cam IQ Outdoor sein Portfolio um eine wetterfeste Kamera mit Gesichtserkennung auch für den deutschen Markt. Dass die Daten dabei in einer Google-Cloud landen, sehen viele Nutzer allerdings mit Sorge.

Die ungeliebten Überwachungskameras in bereits existierenden Smart-Home-Hubs zu ersetzen, ist das Ziel der Ziele Forscher von der Carnegie Mellon University. Ihr Sensor-Prototyp verwandelt mit geringstem Aufwand alle Zimmer unkompliziert in ein echtes Smart Home. Er erfasst dabei alle Umgebungsdaten im Raum, die notwendig sind, um „Smartness“ in nahezu jedes einzelne Haushaltsgerät zu bringen.

Damit das Modul mit seinen zehn Sensoren zu den Augen und Ohren des Raums werden kann, verarbeiten Machine-Learning-Algorithmen Geräusche, Luftfeuchtigkeit, elektromagnetische Störungen, Bewegung und Licht. Die künstliche Intelligenz ist darauf trainiert, mit den Daten einer ganzen Reihe verschiedener Sensoren unterschiedliche Signaturen gleichzeitig zu erkennen. Außerdem lernt das System im Praxisbetrieb laufen dazu.

Haus mit Hirn

Noch einen Schritt weiter gehen IBM und HUF mit dem weltweit ersten selbstlernendem Haus. Es steht im Musterhauspark in Hartenfels und versteht und lernt seine Bewohner über ihre Interaktionen kennen. Dazu erheben die Einzelsysteme mit vernetzten Sensoren kontinuierlich Daten über die täglichen Gewohnheiten der „Insassen“.

Als „Datenversteher“ fungiert IBMs Watson KI. Der Hausbewohner bleibt dabei allerdings kein passiver Zuschauer in seinen eigenen vier Wänden. Vielmehr muss er anfangs die Einstellungen im System überprüfen und bestätigen. So lernt Watson auf Basis von Deep Learning in der Cloud-basierten IoT-Plattform von IBM seine Gewohnheiten. Dieser dynamische Ansatz steht im Gegensatz zu aktuell auf dem Markt verfügbaren Smart-Home-Programmierungen, die reine Befehlsketten ausführen und ein statisches Regelwerk abbilden

Damit die Daten zur bevorzugten Raumtemperatur, der idealen Lichteinstellung oder der Einschaltzeit des Fernsehers ihren Weg in das System finden, sind offene Schnittstellen und ein gemeinsamer Protokollstandard zur Gebäudeautomation nötig. Sie sorgen dafür, dass die vernetzte Heizung, der Motor der Jalousie oder das IoT-fähige TV-Gerät miteinander kommunizieren und die erhobenen Daten auf einer gemeinsamen Plattform zusammenlaufen. Gemäß den EU-Sicherheitsrichtlinien bleiben die personenbezogenen Daten im Besitz der Bewohner und werden ausschließlich anonym zu Trainingszwecken des KI-Systems genutzt.

Knowledge Base

Verband der Internetwirtschaft e. V. (eco) und Arthur D. Little „Der deutsche Smart-Home-Markt 2017–2022. Zahlen und Fakten
Eine kostenfreie Management Summary gibt es auf Anfrage. Die komplette Studie können Nicht-Mitglieder für 149 Euro erwerben.

 


Erfahren sie mehr über IoT-spezifische Hardware für das Smart Home auf dem electronica Embedded Forum.

 

 

 

 

TREND Smart Home (Bild: eco)

Smart-Home-Produkte punkten mit einem Plus an Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. (Bild: eco).