Verkehrslärm lädt Smartphones

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Smartphones der Zukunft könnten sich einfach mittels Umgebungsgeräuschen aufladen. Ein neuer Nanogenerator liefert dafür ausreichend Spannung.

Forscher haben einen Nanogenerator entwickelt, der Strom aus durch Schall verursachten Vibrationen gewinnt. Das Team von der Queen Mary University of London (QMUL) und Nokia will damit mobile Geräte mit Hilfe von Musik, Verkehrslärm und anderen Umgebungsgeräuschen aufladen. Ein Prototyp von der Größe eines Smartphones liefert schon genügend Strom, um einen Akku aufzuladen.

Motörhead statt Mozart

Das Konzept klingt spannend, denn laut ist es überall. Die Forscher hatten schon letztes Jahr festgestellt, dass Musik die Leistung von Solarzellen verbessert. Akustische Vibrationen verbesserten die photovoltaische Effizienz von P3HT/ZnO-Nanoröhren-Solarzellen wegen der piezoelektrisch wirksamen Dipole der Nanoröhren um bis zu 45 %. Dabei steckte in Rockmusik deutlich mehr „Saft“ als in klassischer Musik.

Aufbauend auf den damaligen Ergebnissen wurde nun einen Nanogenerator gebaut, der ebenso Nanostäbchen aus Zinkoxid nutzt. Die wandeln, wenn sie gedehnt oder verwunden werden, mechanische Energie in elektrische um. Neu ist die Energy Harvesting mit der Methode nicht. Allerdings war bislang die „Ausbeute“ zu gering. Jetzt kam man erstmals auf eine Spannung von fünf Volt.

Die Generator-Nanostäbchen „wachsen“, wenn man auf Plastikoberflächen Chemikalien aufsprüht und auf 90 Grad erhitzt. Die Umgebungsgeräusche bewirken dann jene Verformungen, durch die der Strom gewonnen wird. Das Herstellungsverfahren ist zudem kostengünstig, da statt teurer Goldkontakte vergleichsweise günstige Alufolien zum Einsatz kommen.

http://qmul.ac.uk

Nanogeneratoren laden Smartphones

Neue Nanogeneratoren liefert ausreichend Spannung, um Handys zu laden.