TREND Smart Home: Clever wohnen

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Nach dem jahrelangen Trend, soll jetzt die Trendwende dem smarten Heim endlich zum Durchbruch verhelfen. Vieles spricht dafür.

Das Leben im eigenen Heim soll angenehmer, effizienter und sicherer werden. Alle reden darüber, aber längst nicht alle meinen dasselbe. Smart Home ist schließlich mehr als bunte LED-Leuchten mit dem Smartphone zu steuern oder Musik im ganzen Haus.

Vielmehr liegt der eigentliche Mehrwert vom smarten Zuhause im intelligenten Zusammenspiel der Komponenten und nicht in der Ansteuerung der einzelnen Hardware. Das setzt aber eine einheitliche Sprache voraus. Noch kocht aber jeder sein eigenes Süppchen, und wer nicht alles von einem Hersteller kauft, muss basteln oder teure Dienstleister bezahlen. Sicher ein Grund für die noch verhaltene Verbreitung von Smart-Home-Installationen.

Ein weiterer liegt darin, dass beim Smart Home bislang zu viel Gewicht auf technische Aspekte gelegt wurde, anstatt auf konkrete Verbraucherbedürfnisse einzugehen. Das soll jetzt aber alles anders werden. Schließlich haben sich Rahmenbedingungen deutlich verbessert: die zunehmende digitale Vernetzung, demografische Entwicklungen, der wachsende Stellenwert des eigenen Zuhauses oder das höhere Umweltbewusstsein. Zudem erhöhen die weite Verbreitung von Smartphones und Tablets als Steuerlösung die Erfolgsaussichten besonders im Volumenmarkt. Viele Gründe also für positive Prognosen.

Grünes Licht von den Marktforschern

Die "Keksdose" von Withings ist eine multifunktionale Überwachungskamera mit Raumluftsensor, Lautsprecher und vielen weiteren Features.
Die „Keksdose“ von Withings ist eine multifunktionale Überwachungskamera mit Raumluftsensor, Lautsprecher und vielen weiteren Features.

Die Marktforscher von Deloitte sehen den „Smart Home“ -Markt in Europa bis 2017 bei mehr als 4,1 Milliarden Euro. Auch Gartner erwartet einen Smart-Home-Markt, der sich in der nächsten Dekade dramatisch schnell entwickeln wird. Sinkenden Einbau-Kosten von Sensor- und Kommunikations-Technologie in Consumer-Produkte soll dazu führen, dass ein typischer Familienhaushalt im Jahr 2022 mehr als 500 Smart-Objects umfassen wird.

Die Ankunft der Schwergewichte

Bei solchen Zahlen werden IT- und Energiekonzerne hellhörig. So stellte die Deutsche Telekom zur IFA die „Smart Home“ -Plattform Qivicon mit neuen Partnern und Funktionen vor. Jetzt lassen sich Musikanlagen von Sonos, Lampen von Osram und Waschmaschinen von Miele ansteuern, Garagentore und Überwachungskameras sollen folgen. Beim Energiekonzern RWE kontrollieren eine Vielzahl von Modulen die Hauselektrik und Heizung über eine App. Mit einem speziellem Funkmodul gelangt der Smart-Home-Segen ohne Kabel bis ins Kellergeschoss. Auch Google, Apple und Samsung basteln an „smarten“ Lösungen.

Smart Home: Was will der Kunde?

Deloitte Smart Home 2014: Anforderungen, Angebote und Herausforderungen nach Segmenten

Für die Unternehmen scheint es also klar zu sein, was der Kunde wollen soll. Aber ist es das auch für den Kunden? Nach einer Studie der Innofact AG ist für die Hälfte der befragten Hauseigentümer der Begriff Smart Home noch nicht hinreichend inhaltlich definiert. Trotzdem gab es eine überraschend hohe Kaufbereitschaft nach Smart-Home-Lösungen. Für 80% der Befragten spielen vor allem die Bereiche Energieeffizienz und Sicherheit eine entscheidende Rolle. Statt Startmodule zum Selbsteinbau werden allerdings zunehmend vom Fachhandwerk installierte Komplettlösungen gewünscht. Nicht überraschend trifft das in erster Linie auf die Zielgruppe der Vermieter zu, die damit ihre Objekte aufwerten wollen.

In der Deloitte-Studie finden diese Art Installationen im Luxussegment statt. Bei Volumenmarkt-Angeboten stehen Smart-Home-Funktionen im Vordergrund, die Kunden mit geringerem Budget installieren können – in der Regel Nachrüstlösungen mit drahtlosen Übertragungstechniken.

„Sichere“ Trendwende

Die Branche spricht von der Trendwende, Samsungs CEO von einem „dramatischen Wandel“ – man darf gespannt sein, ob „massentaugliche“ Player wie die Telekom, Apple, Google und Co. in der Lage sind den Kunden von dem zu überzeugen was er schon immer wollte. Tägliche Meldungen über Cyber-Attacken und Datenspionage bergen da immerhin Verunsicherungspotenzial.

 

Smart Home RWE