Im Portrait: Erling Nielsen Besucher der ersten Stunde

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Messen sind nicht nur Schauplätze neuer Technologien. Sie sind auch Orte, an denen Menschen aus aller Welt zusammen kommen. Eine besondere Begegnung, die wir nicht so schnell vergessen werden, ist unser Treffen mit Erling Nielsen. Er reist seit 1964 alle zwei Jahre im November aus Dänemark nach München. Sein Ziel: die electronica.

1964 ist das Jahr, in dem Erling Nielsen, damals Entwickler von Fernsehsystemen, zum ersten Mal nach München auf die electronica reist. Bis heute ist er ihr treu geblieben und hat keine Veranstaltung je versäumt. In seinem damaligen Beruf Anfang der 60er Jahre arbeitete er eng mit deutschen Komponentenherstellern wie Rohde und Schwarz zusammen und wird so auf die neue Elektronikfachmesse in München aufmerksam. „Während damals noch viel mechanische Komponenten Bestandteil der Produkte waren, ist es heute vor allem die Software, die die Technik bestimmt“, vergleicht Nielsen die Technologie von damals mit heute. Diese Entwicklung ahnte er übrigens bereits Anfang der 90er Jahre voraus, als das Internet und die heutigen Betriebssysteme noch in ihren Kinderschuhen steckten.

Vom Beruf zur Berufung
Im Gespräch mit Erling Nielsen wird uns schnell bewusst, dieser Mann lebt für diese Branche und ihre Technologien. Der einst gelernte Hufschmied entdeckte seine Leidenschaft für die Elektrotechnik als junger Mann: reparierte er zunächst nur nebenbei Radios von Freunden und Nachbarn, wechselte er bald das Berufsbild und wurde Radiotechniker. Sein weiterer beruflicher Lebensweg ist geprägt von vielen interessanten Erfahrungen und Begegnungen, wie jene mit Steve Jobs. In den 1980ern reiste Nielsen als dänischer Vertreter für den Commodore in die USA und traf dort den damals noch unbekannten Jobs in einer Garage. Anfang der 1990er wird er Geschäftsführer eines Platinenherstellers und 1994 ist er erstmals als Aussteller auf der electronica vertreten.

Wir trafen auf der electronica Erling Nielsen, einer unserer treuesten Besucher.
Wir trafen auf der Erling Nielsen, einer unserer treuesten Besucher.

Immer wieder München
Als Mann der ersten Stunde, ist das Gesicht von Erling Nielsen in der Elektronikbranche selbstverständlich bekannt. Da kommt es durchaus öfters vor, dass er beim Gang durch die Hallen angesprochen wird und alte Bekannte trifft. Manche von ihnen hat er jahrelang nicht gesehen, doch „auf der electronica trifft man sich stets wieder“, so Nielsen. Seinen beruflichen Erfolg verdankt er auch seinem Gespür für Trends. Zuletzt gründete er vor einigen Jahren ein Unternehmen, das sich auf LED-Technologien spezialisiert hat. Und was sagt sein Blick in die Zukunft? „Unser Leben wird sich verändern: in unserer Umgebung werden vermehrt Sensoren zum Einsatz kommen – und sie werden uns stets einen Schritt voraus sein.“ Wir dürfen also gespannt sein auf die kommenden Jahre und freuen uns, Erling Nielsen im November 2016 wieder auf der electronica zu begrüßen.

Nielsen_1957

Erling Nielsen in der allerersten TV-Station Dänemarks 1957.