Internet der falschen Dinge?

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Eine aktuelle Studie von Deloitte sieht das „Internet der Dinge“ hauptsächlich als Trend im B2B-Markt. Für Konsumenten soll ein klarer Nutzen der Technologie und der damit verbundenen Dienste noch nicht so ohne weiteres ersichtlich sein.

Das „Internet of Things“ (IoT) bleibt der Studie zufolge ein Wachstumsmarkt, was nun nicht weiter überraschend ist. Nach Deloitte sollen weltweit in diesem Jahr eine Milliarde vernetzter Geräte verkauft werden – ein Plus von 60 Prozent gegenüber 2014. Der Umsatz mit IoT-Hardware und Connectivity steigt im gleichen Zeitraum um 10 Prozent. Die dann 2,8 Milliarden installierten Geräte – vom Mobilfunkmodem bis zum einfachen WiFi-Chip – sind 10 Milliarden Dollar wert, die damit verbundenen Dienste ca. 70 Milliarden Dollar.

Everything as a Service

Obwohl in den Medien hauptsächlich der Konsument in seinem „Smart Home“ sitzt und Lampen, Rolläden, Thermostate und Waschmaschinen „smart“ bedient, geht Deloitte davon aus, dass 60 Prozent der IoT-Geräte und sogar 90 Prozent aller damit zusammenhängenden Services von Unternehmen gekauft und genutzt werden. Dabei darf man nicht vergessen, dass jedes Produkt, das vernetzt wird, nicht mehr nur ein Produkt bleibt, sondern automatisch auch zu einem Service mutiert.

So führt vor allem der Trend „Everything as a Service“ zu tiefgreifenden Veränderungen in den Geschäftsmodellen, und für viele klassische Unternehmen künftig zum wettbewerbsentscheidenden Kriterium. Die Auswertung der Nutzungsdaten aus den vernetzten Produkten verlängert nämlich die Wertschöpfungskette des Herstellers. Damit können etwa neue Wartungsmodelle entwickelt oder der Betrieb der Maschinen beim Kunden optimiert werden.

Was im B2B-Bereich schon funktioniert, ist natürlich auch im Consumer-Bereich vorgesehen. Allerdings verhindern nach Deloitte bislang immer noch wenig überzeugende Consumer-Anwendungen einen IoT-Massenmarkt . Denn viele avisierten Vorteile sind marginal, absurd (jüngstes Beispiel, das Besteck „10S Fork“, das bei zu schnellem Essen vibriert ) oder stehen in keinem Verhältnis zu den Anschaffungskosten. Hier könnte schon eine stärkere Berücksichtigung von Kundenwünschen die Nachfrage deutlich steigern.

Deloitte Gesamtreport TMT Predictions 2015 (PDF)

Deloitte TMT 2015

Konsumenten sehen im Internet of Things noch keinen klaren Mehrwert, die Unternehmen profitieren schon jetzt davon. (Bild Deloitte).