Mittelstand ohne Startup-Gen?

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Smart City, smart Home, smart Factory – fast nichts, was nicht smart wäre. Der Mittelstand jedoch scheint sich einer aktuellen Eco-Studie nach zu weigern, smart zu werden.

Internet-of-Things (IoT), Machine-to-Machine (M2M), Industrie 4.0 sind in aller Munde. Die Marktforschungsunternehmen überbieten sich mit ihren Prognosen: So rechnet Gartner bis 2020 weltweit mit 26 Milliarden IP-fähigen Geräten, IDC erhöht auf 212 Milliarden.

Der aktuelle Report „M2M – Future Trends 2015“ von eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft zeigt jedoch, dass in den Schlüsselbereichen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Vermarktung noch erheblicher Nachholbedarf besteht.

So gehen 79 Prozent der befragten Experten davon aus, dass es vor allem an wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodellen fehlt, um die M2M-Technologie für eine Mehrheit von Unternehmen attraktiv zu machen. Dementsprechend sehen 61 Prozent in der Entwicklung rentabler M2M-Konzepte auch das Topthema. Auf Platz zwei rangiert der „Schutz von Unternehmensdaten und Know-how“ (49 Prozent) in einem Verbund mit anderen Unternehmen, was auf einen Mangel an Vertrauen schließen lässt. Auf Platz drei der Topthemen liegt die „Monetarisierung der entstehenden Daten und Services“ (47 Prozent).

Bedeutung von M2M wächst, Durchbruch lässt auf sich warten

Obwohl M2M in zahlreichen Bereichen seit Jahren eine zunehmend wichtige Rolle spielt, lässt der große Durchbruch auf sich warten. Der größte Showstopper ist die hohe Komplexität solcher Projekte, aber auch die fehlende Rentabilität. Das Spektrum der Expertise muss von Hardware, maschinennaher Programmierung bis hin zu internationalen Tarifmodellen der Netzprovider reichen. Das hält gerade Mittelständler noch davon ab in M2M-Projekte zu investieren.

Dazu kommt ein Vertrauensdefizit bei den Themen Sicherheit und Vermarktung. So sind 74 Prozent der befragten Experten der Meinung, dass die Angst vor Manipulation von außen und vor dem Ausspionieren des Kern-Know-hows in den Prozessen bei vielen Unternehmen den Einsatz von M2M verhindert. Zudem gehen 87 Prozent der Experten zwar davon aus, dass die Unternehmen wissen, wie man Produkte verkauft. Wie man im Rahmen von M2M jedoch Services oder Daten vermarktet, ist den Unternehmen meist nicht klar.

In einer hoch volatilen und dynamischen Welt wird es aber für Unternehmen jeder Größe unumgänglich sein sich ein Startup-Gen zuzulegen, um mit Experimentierfreude konkurrenzfähig zu bleiben.

Der eco-Report „M2M – Future Trends 2015“ kann kostenlos heruntergeladen werden.

 

smart electronica 2014

"Smart" - natürlich auch auf der electronica 2014 allgegenwärtig.