Merkel gibt “Strom”

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Anfang 2015 gab es nach Zahlen des Verbands der Automobilindustrie mickrige 25.300 zugelassene E-Autos. Nicht genug, um bis 2020 die Million voll zu machen. Deshalb sollen jetzt eine Reihe neuer Fördermaßnahmen den elektromobilen Traum am Platzen hindern.

Ausgerechnet die Autonation Deutschland wird nicht so richtig warm mit dem Elektroauto. Und das, obwohl bis Ende dieses Jahres immerhin 29 Fahrzeugmodelle deutscher Hersteller ein neues Zuhause mit Steckdose suchen. Allerdings warten auch 30 neue SUV-Modelle auf schwergängiges Gelände in deutschen Städten. 600.000 SUVs sollen allein dieses Jahr in Deutschland neu zugelassen werden – ein Anteil von 19,5 Prozent. Ohne Worte.

Gegen so dicke Reifen kämpfen die zum Schlanksein verdammten Elektromobile einen aussichtslosen Kampf. Deshalb kommt ihnen die Regierung jetzt zu Hilfe. So hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor drei Wochen bei der Nationalen Konferenz Elektromobilität in Berlin neue finanzielle Anreize für den Kauf von Elektroautos noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt.

Dazu fließen zwischen 2016 und 2018 in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie 161 Millionen Euro. Brennstoffzellen sind eine Alternative zur Batterie. Aus Wasserstoff und Sauerstoff entsteht Wasser und elektrische Energie. Bereits angekündigt hatte Verkehrsminister Dobrindt (CSU), dass landesweit Autobahn-Raststätten bis 2017 mit 400 Schnellladesäulen für Elektroautos ausgestattet werden.

Elektroauto ohne Aufschlag

Neben den kurzfristigen Verbesserungen des „elektromobilen“ Klimas fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Maßnahmen zur Kostensenkung bei der Produktion von Elektrofahrzeugen jährlich mit rund 83 Millionen Euro. Zentrale Ansatzpunkte sind dabei der Antrieb, die Batterie und die Leistungselektronik.

So soll etwa das gestartete Projekt „HV Modal“ in drei Jahren leistungsstärkere Antriebe mit höherem Reichweitenpotenzial entwickeln.

Zudem untersucht das gerade zum Leuchtturmprojekt ernannte Vorhaben „Elektro-Motor integrierte Leistungs-Elektronik“ (EMiLE) weiterhin, wie sich die Marktchancen von Elektrofahrzeugen verbessern, wenn die Leistungselektronik direkt in die Antriebsmaschine integriert wird.

„GIGA-LIB“ unterstützt in den kommenden zwei Jahren Fertigungsmethoden für eine modular aufgebaute Lithium-Ionen-Zellen-Produktion. Es sorgt zusammen mit der Forschungsproduktionsanlage für Lithium-Ionen-Batteriezellen am ZSW in Ulm für den Transfer in die industrielle Anwendung.

Es passiert also einiges. Ob es genügt, wird sich zeigen. Vielleicht sollte man auch die SUV-Welle reiten. Audi kündigt jedenfalls schon mal nach der bereits ausgelaufenen Elektroversion des Toyata RAV4 für 2018 ein weiteres vollelektrisches SUV an.

VisioM Elektroauto

Ab 2020 soll der Visio.M der TU München für gerade einmal 16 000 Euro in Serie gehen Günstiger sind nicht einmal die Chinesen. Zur Zeit jedenfalls. (Bild: TUM).