Totale Vernetzung in Las Vegas

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Am Mittwoch begann in Las Vegas die internationale Messe für Unterhaltungselektronik CES. Das alles beherrschende Thema ist auch im amerikanischen Spielerparadies die Vernetzung von allem mit allem. Dabei wird jedoch so manches Netz zu viel geknüpft.

Kühlschränke, die Milch im Internet bestellen, Waschmaschinen, die über den selben Weg Weichspüler ordern oder BHs, die den Herzschlag messen und dann natürlich vernetzte Elektromobile – ganz neu ist das alles nicht, was die diesjährige CES bietet. Dass man in alles auch Sensoren und Übertragungschips stecken kann, ist längst bewiesen. Der Preisverfall macht es möglich. Aber ist es auch sinnvoll? Tatsache ist, und das zeigt die Messe im Spielerparadies auch deutlich: geht es nach den Herstellern, wird die „Vernetzerei“ erst einmal nicht zu stoppen sein.

Ob der Konsument im gleichem Maße mitspielt, darf zumindest für 2016 bezweifelt werden. Einer aktuellen Umfrage der Consultants von Accenture nach sind die Verbraucher weltweit deutlich weniger geneigt, in neue Technik zu investieren als im Vorjahr.

 

Accenture High-Tech 2016 Vernetzung

 

Bis 2020 allerdings erwartet der Digitalverband Bitkom, dass  voraussichtlich rund 100 Millionen Deutsche vernetzte Endgeräte nutzen werden – Smartphones und Tablet Computer nicht mitgerechnet. Allein in deutschen Haushalten sollen dann eine Million intelligente Sensoren oder Geräte eingesetzt werden.

Die Vernetzung dieses smarten Heims mit dem ebenso smarten Fahrzeug wird dann wohl der nächste unvermeidliche Schritt sein. Der neue VW Budd-e spricht dann auf langen Strecken mit Ihrem Kühlschrank und bei Ford kann man unterwegs schon mal den Fernseher im Wohnzimmer warmlaufen lassen. Darauf hatte die Welt gewartet.

Mobilität statt Vernetzung

Ein anderer Autohersteller scheint da tatsächlichen Bedürfnissen eher Rechnung zu tragen. So steckt Toyota eine Milliarde Dollar in eine neue Forschungsabteilung, die in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) Zukunftstechnologien im Bereich der Robotik entwickelt will. Ältere Menschen sollen damit solange wie möglich innerhalb der eigenen vier Wände mobil bleiben.

Für einen Autohersteller ein bemerkenswerter Schritt, werden die flotten Renner der Konkurrenz doch meist auf hyperdynamische Menschen getrimmt. Natürlich stecken auch bei Toyota wirtschaftliche Interessen dahinter. Aber hier wird auf einen bestehenden Bedarf reagiert und nicht künstlicher Bedarf erzeugt. Nichts ist unmöglich!

 

Faraday Future FFZERO1

Mit 1000 PS und Smartphone Cockpit soll der Bolide von Faraday Future dem Nachbarn Tesla irgendwann einmal Konkurrenz machen. (Bild: Faraday Future).