Comeback einer alten Liebe?

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Die Trennung von der Glühbirne war und ist keine leichte. Immer noch lagern die Energiefresser in Kellern und scheinbar unerschöpflichen Restbeständen. Jetzt könnte die nostalgische Lichtlösung eine zweite Chance bekommen.

Ein neue Entwicklung soll der Glühbirne zu einem Revival verhelfen. Und das obwohl sie von den weitaus energiegenügsameren LEDs innerhalb weniger Jahre fast komplett verdrängt wurde. Nur noch wenige gallische Dörfer wehren sich gegen die Übermacht der leuchtenden Smart-Home-Hauptdarsteller.

Das hat allerdings nicht nur rebellisch, romantische Gründe. Tatsächlich gibt die Birne im Gegensatz zur LED durch ihr kontinuierliches Lichtspektrum ein für uns angenehmeres Licht ab, das die Farbtöne angestrahlter Gegenstände naturgetreuer wiedergibt. Nur leider verpuffen über 95 Prozent der elektrischen Energie als Wärme. In nachhaltigen Zeiten nachgerade ein unhaltbarer Zustand.

Glühbirne – Konkurrenz für die Konkurrenz?

Dass das nicht so sein muss, bewiesen nun Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT)  und der Purdue University. Die Lichtausbeute ihrer Glühbirne würde zukünftig in Sachen Lichtausbeute sogar LEDs in den Schatten stellen. Möglich wird das durch einen photonischen Nanokristall, der den klassischen Glühwendel umgibt. Er wirft die infrarote Wärmestrahlung auf den Glühfaden zurück und lässt das sichtbare Licht passieren. Der absorbiert Teile der Infrarotstrahlung erhitzt so den Glühfaden zusätzlich. Die Folge: mehr Licht bei gleicher Energiezufuhr.

Ganz neu ist die Idee nicht. Bei Halogenlampen mit Infrarot-Technologie ist der Quarzkolben von innen mit einer speziellen Schicht bedampft, die ebenso die infrarote Strahlung zurück auf den Glühwendel reflektiert und so die Lichtausbeute erhöht.

Der Prototyp des amerikanischen Teams erreicht mit der Methode eine Energieausbeute von 6,6 Prozent – etwa drei Mal so viel wie bei Glühbirnen ohne „Licht-Recycling. Angepeilt sind allerdings bis zu 40 Prozent. Kommerzielle LEDs erreichen aktuell bis zu 20 Prozent.

Angenehmeres Licht, höhere Effizienz – fehlt nur noch günstigere Herstellung, dann stünde einem Comeback der Glühbirne nicht mehr so viel im Wege. Wären da nicht all die „smarten“ Anwendungen, die schwerlich auf die gut steuerbare LED verzichten können. Wirklich spannend an der Entwicklung ist aber sowieso die Technik zur Nutzbarmachung von Abwärme. Denn bis zu 50 % der weltweit eingesetzten Energie geht als Abwärme ungenutzt verloren.

 

MIT Energieefiziente Glühbirne (Bild: MIT).

Die Glühbirne mit Wärme-Recycling könnte in Zukunft der LED die Lichthoheit wieder streitig machen. (Bild: MIT).