STARTUP: Mitfühlende Bauteile

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Eine Würzburger Start-up nahm letzte Woche den Deutschen Gründerpreis 2016 in Empfang. Den „Oscar für junge Unternehmen“ gab es für extrem empfindliche Sensoren, die praktisch in allen Industrie-Bereichen einsetzbar sind.

Als Preisträger ist die iNDTact GmbH aus Würzburg ein alter Hase. Schon im Vorjahr gab es den Bayerischen Gründerpreis in der Kategorie Start Up und dieses Jahr den Deutschen Gründerpreis.

Die junge Hightech-Firma entwickelt hochempfindliche Sensortechnik, der praktisch nichts entgeht: keine Vibration, kein Geräusch und keine Bewegung. Die ausgewerteten Sensordaten lassen dann Rückschlüsse auf den „Gesundheitszustand“ von Autogetrieben, Flugzeugturbinen oder Produktionsmaschinen zu.

 

 

Und wie beim Menschen rettet und verlängert Früherkennung auch hier „Leben“. Denn ist eine definierte Verschleißgrenze erreicht, geht’s ab in die Wartung oder es wird repariert bevor weitreichendere Schäden entstehen oder es zu einem Produktionsstillstand kommt.

Bei drohenden Überlastungen aufgrund von Entfettung, Verschmutzung, Verschleiß oder Fehlstellung kann die Elektronik zusätzlich in den Regelkreislauf eingreifen und zum Beispiel eine Maschine in einem sicheren Betriebszustand halten.

Hochsensible Sensortechnik

Was die iNDTact-Sensoren besonders auszeichnet, ist ihr extrem gutes Signal-Rausch-Verhältnis. Damit erfassen sie noch akustische Emissionen, Schwingungen oder winzigste Materialveränderungen wie Dehnungen., die bei anderen Sensoren längst in Störsignalen untergegangen wären.

Dazu deckt die enorme Bandbreite von 0,01Hz – 500kHz den gesamten für die Getriebe- und Lagerüberwachung relevanten Frequenzbereich ab. Und mit ihren geringen Abmessungen von 25 mm x 15 mm lassen sie sich leicht in die Maschinen integrieren, die sich dann selbst überwachen können. Ein wichtiger Schritt in Richtung Industrie 4.0.

Insbesondere überzeugten die Jury des Deutschen Gründerpreises die breiten Anwendungsmöglichkeiten der iNDTact-Technologie. Als Preisträger der Kategorie Start-up erhält das Unternehmen nun ein „passgenaues“ Coaching durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH. Außerdem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises zwei Jahre lang Patenschaften und stellen ihr Know-how und natürlich auch Kontakte zur Verfügung.


Über iNDTact
Gegründet wurde das Unternehmen erst 2013. Allerdings entwickelt man schon seit 2001 an Sensortechnologien aus Faserverbundwerkstoffen. Am Firmensitz im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) im Friedrich-Bergius-Ring sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Unter den Kunden aus dem In- und Ausland befinden sich so renommierte Unternehmen wie Airbus, ebm-papst oder Bosch Rexroth.

Der Begriff „iNDTact“ steht für inhärent, zerstörungsfrei prüfbare Architektur (engl.: inherently Non- Destructive Testable architecture) und für die taktile Wahrnehmungsfähigkeit der Sensorik (engl. tactile).

 

 

electronicalogo rand rot rechts dünnElectronica 2016 goes Start-up
Im Rahmen der electronica Start-up Platform können junge Unternehmen erstmals auf der electronica 2016 internationalen Branchenvertretern und mehr als 2700 Ausstellern ihre Produkte und Ideen präsentieren. Dem spannendsten Projekt winkt dann der electronica Start-up Award.

 

Sensortechnik von iNDTact

Die winzigen „Sensibelchen“ schlagen Alarm, wenn kleinste Maschinenteile verschleißen. (Bild: iNDTact).