Generalschlüssel Gesicht

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Warum nach kleinen Schlüsseln in viel zu großen Taschen suchen, wenn Ihr Gesicht genügt, um Tür und Tor zu öffnen. Selbst ein Jaguar soll zukünftig sein Herrchen und Frauchen erkennen.

Unternehmen, die Gesichtserkennung anbieten, schießen gerade überall aus dem Boden. Natürlich experimentieren auch Facebook, Google und Co. mit den „erkennungsdienstlichen“ Möglichkeiten.

Grund für den zunehmenden Erfolg der neuen Systeme ist der riesige Berg an Daten, mit dem neuronale Netze lernen, Gesichter besser zu erkennen. Geht es nach unserem Innenminister, sollen damit bald an Bahn- und Flughäfen polizeilich bekannte Gefährder ausfindig gemacht werden. Im Gegensatz zu den USA, wo in den Datenbanken der US-Behörden mittlerweile über 100 Millionen Gesichter schlummern, verhindert EU-Recht allerdings noch „Bilddatenbanken“ solcher Ausmaße.

Aber es geht auch ein paar Nummern kleiner – rechtlich und technisch. So ersetzen biometrische Authentifizierungssysteme bereits heute lange Passwörter. Etwa bei Windows 10, wo man sich neuerdings nicht nur per Fingerabdruck und Iris, sondern auch mit seinem Gesicht anmelden kann. Allerdings benötigt man dazu spezielle Hardware was etwa die Kamera angeht. Sie soll verhindern, dass das System von Photos überlistet wird. Intel hatte dafür mit seiner „Real Sense 3D“ (Wir hatten auf der electronica 2016 davon berichtet.) die erste „brauchbare“ geliefert.

Jaguar mit Gesichtserkennung

Was am Computer funktioniert, kann auch am „fahrenden Computer“ sinnvoll sein. So dachte man jedenfalls bei Jaguar Land Rover und meldete eine Gesichtserkennung in Verbindung mit einer Analyse des Ganges zum Öffnen von Fahrzeugen als Patent an. Dieses sieht vor, dass jeweils zwei Kameras unter den Fensterscheiben Videos und Fotos von ankommenden Fahrern/innen aufnehmen und sie mit den gespeicherten Bildern auf dem Bordcomputer vergleichen.

Dazu muss während eines Registrierungsprozesses ein Bild vom Gesicht und ein Video von einem „typischen“ Gang zur Autotür aufgenommen werden. Letzteres kann eine bestimmte Handbewegung sein, ein Gruß oder vielleicht ein „Tango“. Denkbar sind auch verschiedene Gesten zum Öffnen bestimmter Türen oder des Kofferraums. Natürlich lasen sich auch mehrere Personen beim gleichen Auto anmelden.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, wer das braucht. Und ob noch mehr Elektronik nicht noch mehr Rückrufaktionen nach sich zieht. Gut möglich. Tatsache ist aber auch, dass Fahrzeuge sich nun einmal zunehmend „elektronisch“ voneinander unterscheiden. Zudem machen herkömmliche schlüssellose Systeme (Keyless Go) bislang hauptsächlich Autodieben das Leben leicht. Und wer es gewohnt ist häufig beidhändig „betütet“ unterwegs zu sein, wird den Butler in der Raubkatze schätzen.

Knowledge Base
Eine Darstellung der Gesichtserkennung finden Sie hier beim BSI (PDF).

Gesichtserkennung (Bild: Intel)

Biometrische Verfahren schützen Firmengebäude, Computer und zukünftig auch Fahrzeuge. (Bild: Intel).