STARTUP: Sinnesorgane der Industrie 4.0

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Ursprünglich sollte eine Sensorhaut Space-Roboter zu „fühlenden“ Wesen machen. Mittlerweile lässt sich die Technologie dahinter aber auch sehr viel breiter und erdnaher einsetzen.

Viele junge Unternehmen drängen auf den High-Tech-Markt. Manche sind mit ihren Produkten dabei schon früh wettbewerbsfähig und können die Digitalisierungsprozesse in etablierten Unternehmen vorantreiben. Das liegt oftmals daran, dass die Technologien das Ergebnis jahrelanger Entwicklungen in Universitäten oder Forschungsinstituten sind. Ein Spin-off soll dann für die Marktreife sorgen. So auch im Fall des Münchner Start-ups „tacterion“. Als DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)-Ausgründung hat es eine flexible, taktile Sensortechnologie für die Space-Robotik auf die Erde gebracht, wo sie die Oberflächen von Produkten und Maschinen „sensibilisiert.

Sensible Sensorhaut

Die patentgeschützten Sensormodule messen physische Interaktion und Druck auf nahezu allen Oberflächen. Sie bilden letztlich die Grundlage für eine komplett polymer-basierte „Sensorskin“, die auch noch enorm robust und verformbar ist. Damit lassen sich intuitive Bedienkonzepte für Produkte und Maschinen realisieren, um etwa das Nutzererlebnis durch individuelle haptische Interaktion so natürlich wie möglich zu gestalten. Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich u.a. in der Robotik, der Medizintechnik, im Automotive Bereich sowie in der Consumer Electronik. Tacterion bietet Kunden unterschiedlicher Industrien komplette Lösungen aus Hard- und Software sowie Datenmanagement und Dienstleistungen zur Unterstützung der Produktentwicklung an.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zum “Global Stretchable Electronics Market“ von TechSci Research führt „tacterion“ schon als Global Player in einem Markt, der mit einem durchschnittlichem jährlichen Wachstum (CAGR) von über 80 Prozent bis 2023 lockt. Der ist dann zwar hart umkämpft, andererseits sitzt aber auch das Investorengeld lockerer. So konnte das Münchner Start-up schon früh mit der Unger Unternehmensgruppe aus Weiden eine achtstellige Finanzierung abschließen. Weitere positive „Erlebnisse“ wie etwa die Forbes Start-Up-Challenge folgten.

tactrion

Die tacterion GmbH aus München wurde 2015 von den beiden Brüdern Daniel Strohmayer (32) und Michael Strohmayer (38) als Spin-Off des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gegründet. Mittlerweile beschäftigt das junge Unternehmen 17 Mitarbeiter.

 



Mehr Start-ups erleben Sie auf  der electronica Start-up-Plattform fast forward (e-ffwd).

 

 

 

 

Sensorhaut (Bild: tacterion)

Eine berührungsempfindliche Sensorhaut für Roboter, Maschinen und Consumer-Produkte. (Bild: tacterion).