Vernetzte Scheinwerfer gegen „getarnte“ Hindernisse

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Ob Fahrer oder autonomes Fahrzeug – bremsen kann nur, wer das Hindernis sieht. Die Vernetzung von Straßenbeleuchtung und Autoscheinwerfer soll das zukünftig erheblich erleichtern.

Sehen und gesehen werden – das spielt auch im Straßenverkehr eine entscheidende Rolle. Das 1924 von Osram eingeführte umschaltbare Fern- und Abblendlicht war diesbezüglich ein wichtiger Schritt. Was dem Gegenverkehr half, schränkte jedoch leider die eigene Sicht ein. Deswegen suchten Forscher nach einem Scheinwerfersystem, das gute Ausleuchtung und Blendfreiheit vereint. Und das möglichst ohne Zutun des Fahrers.

Sogar Konrad Zuse – der Erbauer des ersten funktionsfähigen Computers der Welt – beteiligte sich an den Entwicklungen. Seine Lampen-Matrix sollte den Gegenverkehr selbstständig erkennen und die Teile des Scheinwerfers ausschalten, die andere Verkehrsteilnehmer blenden. Realisiert wurde seine Idee aus dem Jahre 1958 allerdings erst Jahrzehnte später als weiße Leuchtdioden, Kameras in der Frontscheibe und Bilderverarbeitungssoftware verfügbar waren.

Vernetzte Scheinwerfer gegen den „Camouflage-Effekt“

Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gehen nun einen Schritt weiter. Externe Sensoren am Straßenrand oder in anderen Fahrzeugen sollen zukünftig das Scheinwerferlicht optimal an die Umgebungsverhältnisse anpassen. Damit will man den sogenannten „Camouflage-Effekt“ ausschalten. Der tritt auf, wenn die Lichtverhältnisse den Kontrast zwischen einem Objekt und der Umgebung verwischen. Für unsere Augen, aber auch für die Kameras autonomer Fahrzeuge, bleibt dann etwa eine Person, die aus dem dunklen Bereich zwischen zwei Straßenlaternen plötzlich auf die Straße tritt, unsichtbar.

Um das zu verhindern vernetzen die Forscher nun den vor einigen Jahren am Lichttechnischen Institut des KIT (LTI) entwickelten „Propix“-Scheinwerfer (Projektor-Pixellicht) mit Ultraschall, Radar oder Lidar. Er soll so ein für Auge oder Fahrzeugkamera unsichtbares Hinderniss zukünftig selbstständig ausleuchten oder nach Bedarf abblenden. Dabei liefern neben den Sensoren des eigenen Fahrzeugs auch die anderer Fahrzeuge oder am Straßenrand installierte „Sinnesorgane“ die dazu nötigen Informationen.

 


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Vernetzte Scheinwerfer (Bild: Markus Breig/KIT).

Der Camouflage-Effekt (links) lässt Fußgänger trotz guter Beleuchtung für Autofahrer unsichtbar werden. (Bild: Markus Breig/KIT).