Ingenieurberufe und Informatiker mit Stellenrekord

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Die Arbeitskräftenachfrage in den Ingenieurberufen erreicht ein neues Rekordniveau. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Ingenieurmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des VDI vierteljährlich erstellt.

Die Arbeitgeber suchen händeringend Fachkräfte. So fehlten im April dieses Jahres der MINT-Frühjahrsstudie zufolge 314.800 Arbeitskräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Die Zahl umfasst alle technischen Berufsgruppen – vom Ausbildungsberuf bis hin zum Akademiker.

Ingenieurberufe
Im April 2018 fehlten 314.800 MINT-Arbeitskräfte. (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). (Bild: iwd).

Ingenieure stellen dabei die größte Gruppe, wie jetzt der aktuelle Ingenieurmonitor vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und dem VDI zeigt. Im zweiten Quartal 2018 waren monatsdurchschnittlich 129.470 offene Stellen zu besetzen, wovon 85.880 auf die acht klassischen Ingenieurberufskategorien und 43.590 auf Informatikberufe entfielen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies ein Plus von 11,3 Prozent beziehungsweise knapp 13.160 zusätzliche Vakanzen. Damit erreicht die Arbeitskräftenachfrage in den Ingenieurberufen ein neues Rekordniveau.

Ingenieurberufe mit Schnittstellenkompetenz

Die Hauptursache für diese Entwicklung liegt laut VDI/IW in der zunehmenden Durchdringung von Gesellschaft und Wirtschaft mit Digitalisierungstechnologien. Dazu zählen zum Beispiel automatisiertes Fahren, IT-Sicherheit und Smart-Home-Lösungen. Die steigende Nachfrage bei gleichzeitig nachlassendem Arbeitskräfteangebot verschärft dabei noch die Engpässe und hemmt das Wachstum. So klagten im Rahmen einer Mittelstandsumfrage der DZ Bank zwei Drittel der Unternehmen über Probleme bei der Mitarbeitersuche. Jedes sechste musste deswegen IT- oder Digitalisierungsprojekte verschieben.

Informatikberufe bildeten im zweiten Quartal 2018 mit monatsdurchschnittlich 43.590 offenen Stellen die größte Kategorie des Stellenangebots. Gesucht werden dabei insbesondere Schnittstellenkompetenzen von IT und Elektrotechnik. Weiterhin waren in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Energie- und Elektrotechnik zusammengenommen 33.710 Vakanzen gemeldet. Das entspricht einem Anteil von rund 26 Prozent des Gesamtstellenangebots in den Ingenieurberufen.

Dem gegenüber suchten monatsdurchschnittlich 30.804 Personen eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf. 23.105 entfielen dabei auf die acht Ingenieurberufskategorien und 7.699 auf Informatikberufe. Verglichen mit dem Vorjahresquartal sank die Zahl der arbeitslos Gemeldeten damit um 8,7 Prozent.

Viele Vakanzen in Süddeutschland

In sämtlichen regionalen Arbeitsmärkten ist die Arbeitskräftenachfrage im Ingenieur- und IT-Bereich im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gestiegen. Dabei verzeichnete Berlin/Brandenburg den stärksten Anstieg mit monatsdurchschnittlich 26 Prozent über dem Vorjahresquartal liegenden offenen Stellen. Die meisten Jobangebote waren allerdings in den beiden süddeutschen Flächenstaaten sowie in NRW zu beobachten. Alleine Bayern (26.040) und Baden-Württemberg (22.960) vereinten rund 38 Prozent des gesamten Stellenangebots auf sich. In NRW wurden monatsdurchschnittlich 23.210 Vakanzen gezählt, was einem Anstieg um knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Die äußerst stabile Wirtschaftslage und positive Konjunkturerwartung verhindert wohl auch in den kommenden Quartalen einen Nachfragerückgang bei Ingenieuren und Informatikern. Ausserdem bleibt der Mittelstandsumfrage der DZ Bank zu Folge die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand grundsätzlich hoch. Und im Fokus der geplanten Investitionen stehen Personalmaßnahmen. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen, plant demnach in den kommenden drei Jahren das Personal aufzustocken.

Der vollständigen VDI-/IW-Ingenieurmonitor steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

 

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Ingenieurberufe (Bild: Thomas Ernsting).

Die Digitalisierung führt zu Stellenrekorden bei Ingenieur- und Informatikberufen. (Bild: VDI/Thomas Ernsting).