Geldsegen für europäische Start-ups

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Mehr Kapital und mehr Finanzierungen für junge Unternehmen auf dem alten Kontinent verzeichnet das aktuelle Start-up-Barometer von EY. Und die Geldgeber gehen mittlerweile auch in Europa mit sehr hohen Summen ins Risiko.

Start-ups kommen in Europa zunehmend leichter an frisches Kapital. Dabei steigt die Bereitschaft der Investoren selbst sehr große Summen zu riskieren. So zeigt das Start-up-Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, dass die Zahl der Finanzierungen mit einem Volumen von 100 Millionen Euro und mehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum von zehn auf zwölf kletterte.

Insgesamt stiegen im ersten Halbjahr die Mittelzuflüsse um 27 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Und auch die Zahl der Finanzierungsrunden legte im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf 1.995 zu. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 ist allerdings beim Investitionsvolumen ein Rückgang um acht Prozent zu verzeichnen. Die Studie berücksichtigt dabei ausschließlich Unternehmen, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.

Wie die Ergebnisse zeigen, hat das europäische Start-up-Ökosystem als Ganzes betrachtet weiter an Stärke gewonnen. Allerdings liegen die drei Top-Standorte Großbritannien, Deutschland und Frankreich mit den Hot-Spots London, Berlin und Paris nach wie vor deutlich vor den übrigen europäischen Ländern bzw. Metropolen.

Investoren bevorzugen britische Start-ups

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Beim Finanzierungsvolumen liegt Deutschland nach Großbritannien auf Rang zwei vor Frankreich. (Bild: EY).

Trotz des anstehenden Brexits vertrauen die Risikokapitalgeber weiter vor allem auf britische Jungunternehmen. Sie erhielten demnach insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Deutschland liegt mit 2,4 Milliarden Euro auf dem zweiten Rang, gefolgt von Frankreich mit knapp 2,0 Milliarden Euro. Einen deutlichen Sprung nach vorne machte die Schweiz, die es auf ein Volumen von 415 Millionen Euro bringt und sich damit hinter Schweden auf Rang fünf der europäischen Rangliste einreiht.

Auch österreichische Start-ups profitierten von der „spendablen“ Stimmung. So hat sich die Investitionssumme von 46 Millionen Euro auf 103 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Parallel dazu stieg die Zahl der Finanzierungsrunden um 65 Prozent von 17 auf 28. Damit belegt Österreich Rang 13 im europäischen Vergleich.

London an der Spitze

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Gut drei von zehn Finanzierungsrunden in europäische Start-ups verzeichneten die Hotspots London, Berlin und Paris. (Bild: EY).

Im europäischen Ranking liegt London mit 2,0 Milliarden Euro und 297 Finanzierungen klar an der Spitze. Den zweiten Platz belegt wie schon im Vorjahreszeitraum Berlin mit 1,6 Milliarden Euro und 123 Finanzierungen vor Paris (1,4 Milliarden Euro, 197 Finanzierungen). Damit floss im ersten Halbjahr 2018 fast jeder zweite Euro Risikokapital in ein Start-up aus den Top 3 Städten. Auf den Rängen vier und fünf folgen – gemessen am Finanzierungsvolumen – Stockholm und Dublin mit 325 bzw. 281 Millionen Euro. München belegt mit einem Finanzierungsvolumen von rund 215 Millionen Euro den sechsten Rang. Und Wien schiebt sich mit rund 71 Millionen Euro und 15 Finanzierungsrunden von Platz 23 auf 17.

Finanzierungsspitzenreiter Auto1

Der größte Deal im ersten Halbjahr fand in Deutschland statt. Softbank investierte in den Berliner Online-Gebrauchtwagen-Start-up Auto1 rund 460 Millionen Euro. Dahinter sammelte das britische FinTech-Start-up Revolut 207 Millionen Euro ein. Auf Rang kam der Berliner Online-Möbelhändler Home24 (172 Millionen Euro), gefolgt vom britischen FinTech Atom Bank (169 Millionen Euro).

Europa auf Platz 3

Weltweit haben Venture Capital-Unternehmen dem „Venture Pulse Q1 2018“ von KPMG zufolge im ersten Quartal 2018 knapp 50 Milliarden US-Dollar investiert und damit im Vergleich zum Vorjahresquartal die Summe nahezu verdoppelt. Die Zahl der Deals blieb dabei allerdings im gleichen Zeitraum mit 2.661 konstant. Den Ton geben auch 2018 Mega-Deals an. Und Investoren bevorzugen weiterhin die „vierte“ Finanzierungsrunde (Serie-D). Dagegen gestaltet sich die Kapitalsuche für Frühphasenprojekte nach wie vor schwer.

Die Studie von KPMG sieht außerdem Europa hinter den USA mit VC-Investitionen in Höhe von 29,4 Milliarden US-Dollar sowie 1.782 Deals und Asien (14,6 Milliarden US-Dollar und 317 Deals) mit 5,2 Milliarden US-Dollar Investitionssumme sowie 548 Deals weltweit auf Platz drei.

Knowledge Base

EY: Start-up-Barometer Oktober 2018.

Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi): Trends in der Unterstützungslandschaft von Start-ups – Inkubatoren, Akzeleratoren und andere.

PWC: Start-up-Studie 2018.

KPMG: Venture Pulse Q2 2018.

 


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Investition pixabay

Die Investitionen in europäische Start-ups steigen weiter. (Bild: pixabay).