Gedruckte Elektronik live erleben!

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Dünn, leicht und flexibel gibt sich die organische und gedruckte Elektronik. Und das immer häufiger auch ganz konkret im Alltag. Zu bewundern ist das bis zum 21. März auf der LOPEC 2019 in München.

Sie hat es endlich geschafft! Mit der gedruckten Elektronik landet eine Zukunftstechnologie in der Gegenwart. Mit ihrem technischen und gestalterischen Potential sowie den Vorzügen hoher Kosten- und Energieeffizienz adressiert sie Massenmärkte in der Automobil- und Verpackungsindustrie, der Unterhaltungselektronik sowie der Pharma- und Medizin-Branche. Das spiegelt sich auch im Markt wider.

 

gedruckte Elektronik
Wachstumsprognose Deutschland für gedruckte Elektronik. (Bild: OE-A)

So erwartet die Organic and Printed Electronics Association (OE-A) hierzulande für 2018 beim Umsatzwachstum einen Anstieg um neun Prozent. 2019 sollen es dann plus sechs Prozent sein. Für den globalen Markt erwartet Marketsandmarkets eine Zunahme von 6,8 Milliarden US-Dollar letztes Jahr auf 13.6 Milliarden US-Dollar bis 2023 bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) von knapp fünfzehn Prozent. Bei BBC Research ist man da mit 26.6 Milliarden im Jahr 2022 um einiges optimistischer. Die Hälfte aller Umsätze finden dabei in der APAC-Region (Asien,Pazifik) statt, gefolgt von Amerika und Europa. Und weiterhin dominiert das Display-Segment mit über fünfzig Prozent Anteil den Markt.

 

Eine Technologie – unzählige Anwendungen

 

Dass es aber mittlerweile eine Unzahl auch anderer spannender Anwendungen in den Alltag geschafft haben, kann man auf der LOPEC sehen. Etwa wenn gedruckte Elektronikkomponenten kostengünstig mit hauchdünnen Sensoren die Körperfunktionen überwachen oder mit einem Lab-on-a-chip Schnelltests am Krankenbett durchführen. Damit ist die „flexible“ Technologie auch ein Hoffnungsträger für unsere Gesundheitssysteme.

 

Schon jetzt verbessert etwa ein Diagnostik-Tool für Zahnärzte die Kaudruck-Kontrolle. Der Patient beißt dabei auf eine Folie mit integrierten Sensoren, die Druckverhältnisse in über 250 Druckstufen erfassen. Ein mobiles Handgerät zeichnet die Daten auf und überträgt sie an eine App. Neben diesem Beispiel beweisen unzählige andere Anwendungen das Potenzial der gedruckten Elektronik in der Medizin. So erwartet das Beratungsunternehmen Mordor Intelligence im Gesundheitsmarkt bis 2023 ein Wachstum um fast 25 Prozent.

Gedruckte Elektronik – Designers Liebling

 

Daneben entwickelt sich der Automobilbau zu einem der größten Märkte für gedruckte Elektronik. Denn zukünftige Fahrzeuge müssen immer mehr Ansprüche was Sicherheit und Komfort angeht erfüllen. Schon heute sind in einem Automobil über 100 Sensoren verbaut. Dazu kommen Datenverarbeitungs- und Steuerelemente, Displays und zahlreiche weitere Hardware-Komponenten. Gewicht und Raumbedarf sind da entscheidende Faktoren. Abhilfe schaffen extrem dünne, flexible und wenn nötig transparente Elektronikbauteile in Seitenverblendungen, Sitzbezügen, Fenster, im Lenkrad oder im Armaturenbrett.

 

Ein weiteres spannendes Thema ist die Integration von Sensoren, Beleuchtung und Datenverarbeitung in moderne Bedienoberflächen. So fertigt man bereits heute Armaturenbretter mit integrierter Elektronik per Spritzguss in Serie. Beim Verfahren für diese sogenannten ‚In Mold Electronics‘ betten die Hersteller gedruckte Sensoren und andere Elemente während des Spritzgießens in die Kunststoffoberfläche ein. Das Thermoformen von Kunststoffen eignet sich ebenfalls, um vorgefertigte, gedruckte Elektronikkomponenten zu integrieren. Dank der steten Weiterentwicklung von leitfähigen Drucktinten und -pasten bietet sich zudem der 3D-Druck für die Fertigung funktionaler Bauteile mit integrierter Elektronik an.

 

Nicht zuletzt freut sich der Auto-Designer über funktionale Oberflächen ohne Tasten, Drehknöpfe und Kabel. Und da sowohl das Fahrerlebnis als auch die Außenwelt im autonomen Auto in den Hintergrund rücken, gewinnt das Interieur an Bedeutung. Für die entsprechende Stimmung sorgen dann individuell anpassbare Innenbeleuchtungen, kombiniert mit einer sensorgesteuerten Abschattung bei starkem Sonneneinfall. Außerdem ersetzen weitere Displays im Fahrzeuginneren nicht nur die herkömmlichen Anzeigen, sondern dienen auch als Mensch-Maschine-Schnittstelle und vor allem dem Infotainment. Sowohl die innovative Beleuchtung als auch den steigenden Bedarf an Bildschirmen wollen Autobauer mit gedruckten organischen Leuchtdioden (OLED) realisieren. Mit den flexiblen und flachen sowie äußerst energieeffizienten OLEDs lässt sich der Innenraum dann nahezu tapezieren.

 

Für Kurzentschlossene gibt es noch mehr gedruckte Elektronik zum Anfassen auf der LOPEC 2019.

 

Gedruckte Elektronik (Bild: LOPEC)

Smarte "Klamotten" profitieren von flexibler Elektronik. (Bild: LOPEC).