Keyless: Der Autoschlüssel nervt

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Was beim Carsharing längst zum Alltag gehört, könnte schon bald auch im Privaten Einzug halten. Denn Smartphone-Apps sollen zukünftig für den schlüssellosen Zugang auch zum eigenen Fahrzeug sorgen. Und das ist nicht alles.

Wer kennt das nicht. Der Autoschlüssel liegt morgens nicht an seinem Ort oder ist nach einem Restaurant-Besuch plötzlich unauffindbar. Dazu kommt, dass die aktuellen Schließsysteme leicht zu manipulieren sind.

Bei knapp zwei Drittel der Teilnehmer einer aktuellen Bosch-Umfrage ist das noch eine Funkfernbedienung. Sechzehn Prozent entriegeln bereits mit einem „Keyless-System“, das die Türen automatisch bei Annäherung öffnet. Zwar halten fast alle Befragten ihre „Schlüssel“ (Funkfernbedienungen/87 Prozent und Keyless-Schließsysteme/78 Prozent) für sicher. Jeder Fünfte war allerdings schon einmal selbst von einem Autodiebstahl oder -hack betroffen oder kennt jemanden, dem das passiert ist.

Deswegen nutzt eine Lösung von Bosch statt der „unsicheren“ Datenübertragung via LF- und UHF -Technologie das Smartphone als virtuellen Schlüssel und Bluetooth als Übertragungstechnologie. Denn das Signal kann damit nicht abgefangen werden. Und neben dem Plus an Sicherheit, profitieren die Fahrer zusätzlich von einer spürbar komfortableren Bedienung mit einer Reihe von Services.

Wirklich „keyless“ erst mit Smartphone

Die Idee ist nachvollziehbar. Schließlich ist das Smartphone mittlerweile eine Art digitales „Schweizer Messer“. So wünschen sich denn auch 46 Prozent der befragten Männer und 32 Prozent der Frauen ein Schließkonzept via Smartphone. Selbst mehr als jeder zweite Nutzer moderner Keyless-Entry-Systeme (54 Prozent) kann sich vorstellen, den Schlüssel durch eine App zu ersetzen. Denn die meisten sogenannten schlüssellosen Zugangssysteme kommen nicht ohne einen „Komfortschlüssel“ aus.

Das entfällt beim Bosch-Schließsystem. Um es einzurichten, muss der Fahrer lediglich über eine App sein Fahrzeug mit dem Smartphone verbinden, wo ein einmaliger Sicherheitsschlüssel für das digitale Schloss erstellt wird. Dieser wird über die Funkverbindung identifiziert während die im Auto verbauten Sensoren permanent die Entfernung zum Smartphone messen. Nähert sich der Fahrer auf weniger als zwei Meter, entriegelt sich die Autotür wie von Zauberhand. Nach dem Aufschließen kann zum Beispiel automatisch ein gespeichertes Profil mit individuellen Einstellungen für Spiegel und Sitzposition geladen werden. Ist der Fahrer dann mit seinem Smartphone im Fahrzeuginneren, reicht ein Knopfdruck auf den Start-/Stopp-Taster, und der Motor springt an.

Beim Aussteigen läuft das gleiche Procedere ab. Entfernt der Fahrer sich mit seinem Smartphone weiter als zwei Meter, wird das Auto wieder automatisch verriegelt. Und das System sendet eine entsprechende Bestätigung auf das Smartphone.

Sollte das Smartphone mit der App verloren gehen, kann der digitale Schlüssel einfach online deaktiviert werden. Und der Zugang zum Fahrzeug ist sowohl für autorisierte Personen als auch für Dritte gesperrt. In dem Fall funktioniert zur Überbrückung oder etwa bei leerem Smartphone-Akku weiterhin der klassische Fahrzeugschlüssel.

Keyless mit NFC

Ähnliche Systeme mit Smartphone-App und vergleichbaren Features kommen von anderen Zulieferern und Autoherstellern. Während Tesla im Model 3 und auch Continental ebenso auf Bluetooth Low Energy (BLE) setzen, wählen Hyundai, Kia und Mercedes NFC (Near Field Communication) als Funkstandard. Das Smartphone muss dabei nahe an die Griffe von Fahrer- und Beifahrertür gehalten werden.

Zur Umfrage

Im Auftrag von Bosch befragte das Marktforschungsunternehmen PULS im Zeitraum vom 11. bis 18. Januar 2019 insgesamt 1046 deutsche Autofahrer zwischen 18 und 69 Jahren.

 

 

 

 

 

 

Perfect Keyless (Bild: Bosch)

Neue schlüssellose Schließsysteme öffnen die „Pforten“ automatisch, sobald sich der Fahrer dem Auto mit seinem Smartphone nähert. (Bild: Bosch).