„Kleiner“ Boom für deutschen Tech-Sektor

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Gedämpfte Konjunkturaussichten können die Technologiebranche nicht schrecken. Denn eine Reihe von Megatrends soll bei ihr bis 2022 für einen regelrechten Schub sorgen.

Eine schwächelnde Weltwirtschaft und die Hängepartie um den Brexit lassen die Konjunkturprognosen purzeln. Doch die Tech-Branche zeigt sich davon unbeeindruckt. Einer Studie des Wirtschaftsberaters Deloitte zufolge wird ihr Branchenumsatz bis 2022 um mehr als 20 Prozent auf 280 Milliarden Euro steigen. Das sind gute Nachrichten zur rechten Zeit. Zwar hat sich seit 2000 der deutsche Technologiemarkt mehr als verdoppelt, hauptsächlich aber, weil zwischen 2002 und 2008 durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 12,6 Prozent eingefahren werden konnten.

So rasant ging es jedoch nicht weiter. Vielmehr verzeichnet der Branchenumsatz in den letzten Jahren allenfalls moderate Zuwächse. Die Ursache sehen die Analysten in der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Segmente „Hardware“ sowie „Software und Services“. Lange Zeit zeichnete die „Hardware“ für den Löwenanteil des Branchenumsatzes verantwortlich, musste dann aber den Bereich „Software und Services“ vorbeiziehen lassen und stagniert nun seit Jahren. Der allgemeine Preisverfall und die Konkurrenz – insbesondere aus Asien – sind schuld. „Software und Services“ profitieren dagegen schon jetzt und in Zukunft überproportional von der zunehmenden Digitalisierung.

Neues Wachstum durch Megatrends

Ihr sind größtenteils auch die „guten“ Zeiten nach der Jahrtausendwende geschuldet. In den letzten Jahren trat jedoch ein gewisser Stillstand ein. Der soll nun durch die drei großen Technologietrends „5G und das Internet of Things (IoT)“, „Analytics und künstliche Intelligenz“ sowie XaaS (Anything as a Service) in einen neuerlichen Boom münden.

As-a-Service-Geschäftsmodelle sind schon heute ein lukratives Feld, nicht nur im Technologie-Sektor. Sie verschaffen Unternehmen planbare Einnahmequellen und zugleich tiefgehende Einblicke in das Nutzungsverhalten der Kunden. Die drei Trends haben gemeinsam, dass sie als Enabler entscheidende Impulse in digitale Wachstumssegmente wie Industrie 4.0, Connected Car, Smart City oder Bio- und FinTech senden.

Ein Blick auf 5G und das IoT macht ihren konkreten Einfluss deutlich. Deloitte-Berechnungen zufolge wird bis zum Jahr 2020 die Zahl der vernetzten Objekte weltweit auf über 20 Milliarden steigen, 750 Millionen davon entfallen auf Deutschland. Praktisch alle Trends haben eine hohe Relevanz für die digitalen Wachstumssegmente und bewegen sich somit im Konvergenzbereich zwischen dem Technologiesektor und anderen Branchen. So macht 5G etwa viele anspruchsvollere IoT-Dienste wie Telemedizin oder autonomes Fahren erst möglich.

Tech-Sektor als Vorreiter

Und auch im Bereich Xaas ist die Tech-Branche Vorreiter. Unternehmen setzen zunehmend eher auf das Angebot einer vorab spezifizierten und garantierten Serviceleistung, als auf den einmaligen Verkauf eines entsprechenden Produktes. Tech-Unternehmen verfügen hier über einen Erfahrungsvorsprung, von dem sie enorm profitieren werden. Denn XaaS wird weiter an Bedeutung gewinnen und zu einem wichtigen Faktor bei der Etablierung innovativer Technologien werden.

So macht „AI as a Service“ zum Beispiel künstliche Intelligenz auch kleineren und mittelgroßen Unternehmen zugänglich und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu deren Verbreitung. Dies wiederum stößt im Sektor „Software und Services“ starkes Wachstum an.

Die Wirkmechanismen der drei Megatrends zeigen auf, wie eng der Tech-Sektor mit anderen Branchen verbunden ist. Etwa mit dem Maschinenbau – ein Sektor, der traditionell für die technologische Kompetenz Deutschlands steht.

Damit allerdings der prognostizierte Wachstumsschub in einen Boom mündet, soll die Branche den Beratern von Deloitte zufolge weiter verstärkt auf das „Software und Services“ setzen. Hier verspricht die ausgeprägte Service-Kompetenz deutscher Tech-Unternehmen bei der Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen neue Chancen. Aber auch im Hardware-Bereich kann die Dynamik Gewinn bringend genutzt werden. Vor allem im margenstarken Spezial-Hardware-Geschäft. Nach der Analyse von Deloitte stehen der Branche rosige Zeiten bevor: Bis zum Jahr 2022 ist im Schnitt ein jährliches Wachstum des deutschen Technologiesektors von rund 5 Prozent zu erwarten.

 

Weitere Informationen sowie die vollständige Studie zum Download finden Sie hier auf der Deloitte-Website.

 

 

 

 

 

 

 

Tech-Sektor (Bild: pixanbay/Gerd Altmann).

Der deutschen Technologiebranche steht durch diverse Mega-Trends der Digitalisierung ein weiterer nachhaltiger Wachstumsschub bevor. (Bild: pixanbay/Gerd Altmann).