Elektroingenieure trotzen der Konjunkturflaute

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Die Meldungen über Stellenstreichungen nehmen zu. Ingenieure und Informatiker müssen sich dabei allerdings die geringsten Sorgen machen. Denn es gibt zu wenige von ihnen.

Die deutsche Wirtschaft blickt inzwischen nur noch verhalten optimistisch auf das laufende Jahr. Dennoch: Die Wirtschaftslage bleibt stabil, denn der Binnenmarkt bestimmt zunehmend die konjunkturelle Entwicklung. Und der profitiert vom niedrigen Zinsniveau und von der Bewältigung des Investitionsstaus im privaten und öffentlichen Bereich. Trotz weltwirtschaftlicher Risiken entwickelt sich die Konjunktur daher aktuell seitwärts auf immer noch hohem Niveau.

In dem Umfeld müssen sich auch in den kommenden Quartalen Elektroingenieure und Informatiker die wenigsten Sorgen machen. Denn ihr Know-how ist bei der zunehmenden Durchdringung der Gesellschaft und Wirtschaft mit Digitalisierungstechnologien sowie speziell bei Themen wie autonomes Fahren, IT-Sicherheit und Smart Home unabdingbar. Einer VDE-Studie zufolge bleiben in diesen Berufsfeldern für die nächsten zehn Jahre weit über 100.000 Stellen unbesetzt. Auch wegen extrem hoher Abbrecherquoten von etwa 40 Prozent.

Der VDE zählte letztes Jahr mit 393.600 erwerbstätigen Elektroingenieuren einen neuen Spitzenwert. Das sind deutlich mehr als die knapp 188.000, die das statistische Bundesamt als „sozialversicherungspflichtig Beschäftigte“ für diese Berufsgruppe ausweist. Denn Selbständige, E-Ingenieure in Führungspositionen, Lehrende und selbst Vertriebsingenieure werden offiziell in den Statistiken nicht unter den typischen Ingenieurberufen geführt. Mit einer Erwerbslosenquote von knapp 2,2 Prozent besteht praktisch Vollbeschäftigung.

Rekordverdächtige Elektroingenieure

Ingenieure
Ingenieurmonitor 1. Quartal 2019: Die sehr hohe Nachfrage nach Ingenieuren und Informatikern schlägt sich in einem neuen Beschäftigungsrekord nieder. (Bild: VDI).

Einen neuen Beschäftigungsrekord meldet auch der neue Ingenieurmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des VDI vierteljährlich erstellt. Danach arbeiten bundesweit rund 1,21 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ingenieur- und Informatikerberufen (Bauingenieure inklusive). Im ersten Quartal 2019 waren monatsdurchschnittlich 126.370 offene Stellen zu besetzen – ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dem gegenüber stehen monatsdurchschnittlich 30.557 Personen, die eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf suchten. Damit sank die Zahl der arbeitslos Gemeldeten innerhalb eines Jahres um ganze 5,7 Prozent.

Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in der sogenannten Engpasskennziffer wider, die bundesweit und über alle Ingenieurberufskategorien hinweg im ersten Quartal 2019 bei 414 offenen Stellen je hundert Arbeitslose lag. Bundesweite Spitzenreiter sind auch hier weiterhin die Bauingenieurberufe mit einem Wert von 564 offenen Stellen je hundert Arbeitslose, dicht gefolgt von den Informatikerberufen mit 557 offenen Stellen je 100 Arbeitslose. Weiter folgen die Ingenieurberufe der Energie- und Elektrotechnik (510) sowie der Maschinen- und Fahrzeugtechnik (399).

„Landestypische“ Nachfrage

Informatiker sind dabei vor allem in Baden-Württemberg (943), Sachsen-Anhalt und Thüringen (841), Sachsen (759) sowie Bayern (737) enorm gefragt. Baden-Württemberg (880), Bayern (869) sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen (700) suchen dagegen besonders Ingenieure der Energie- und Elektrotechnik. Insgesamt steigen die Engpassrelationen im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal in fast allen Bundesländern. Nur Nordrhein-Westfalen bildet eine Ausnahme. Hier ist zwar die Arbeitslosigkeit gesunken, die offenen Stellen aber gestiegen, so dass NRW im Ingenieurbereich aktuell stagniert und im Vergleich zu anderen Bundesländern zurückfällt.

 

Der vollständige VDI-/IW-Ingenieurmonitor steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

 

 

 

 

Ingenieure (Bild: pixabay/Gerd Altmann)

Trotz leicht eingetrübter Wirtschaftsaussichten ist die Nachfrage nach Ingenieuren ungebrochen. (Bild: pixabay/Gerd Altmann).