Connecting Textiles: Schöner Wohnen 4.0

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Wohnungen sollen nicht nur schön sein, sie müssen auch funktionieren. Etwa mit Hilfe einer Reihe elektrischer Gerätschaften. Damit das aber nicht in einen chaotischen Kabelsalat ausufert, sorgen zukünftig smarte Tapeten, Teppiche und Textilien für Strom und Kommunikation.

Die intelligente Vernetzung von Geräten in den eigenen vier Wänden macht das Leben sicherer, komfortabler und spart dabei noch Energie. Leider fehlt bislang in privaten Haushalten überall da, wo ein IoT-Gerät seinen Platz finden soll, der passende Strom- oder Kommunikationsanschluss. Die Folge: Ökologisch bedenkliche und „dauerleere“ Batterien oder Kabelsalat. Und die für die Kommunikation zwischen den Geräten zuständige Funktechnologie ist stromintensiv und störanfällig.

Abhilfe soll nun das neue Projekt „ConText“ schaffen. In dem Rahmen entwickelt ein Konsortium unter Koordination des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) eine nutzerfreundliche Technologie, die kabelbasierte Stromversorgung und Kommunikation in smarten Tapeten, Teppichen und Textiloberflächen „versteckt“.

Als sogenannte „Connecting Textiles“ sorgen sie kabelbasiert für Niedrigstrom und über standardisierte Smart-Home-Protokolle für die Kommunikation. Die IoT-Geräte lassen sich dabei nach individuellen Bedürfnissen an die „Connecting Textiles“ kleben, heften oder stecken. Außerdem erlauben die elektronischen Stoffe neue Formen der Interaktion. Etwa die Steuerung und Konfiguration von Geräten über haptische Interaktionsmuster wie Drücken oder Streichen. Dabei spielen für eine sichere Kommunikationsinfrastruktur natürlich die Gewährleistung von Datenintegrität und Verschlüsselungstechnologien eine übergeordnete Rolle.

Gestensteuerung via Connecting Textiles

Das DFKI bringt unter anderem seine Expertise auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) ein. So sollen etwa die textilen Flächen Grundmuster von Steuerungsgesten erkennen und so für eine intuitive Bedienung und Konfiguration von Smart-Home-Geräten sorgen.

Ausgehend von den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entwickeln die Wissenschaftler darüber hinaus modulare Plug-and-Play-Lösungen für IoT-Komponenten, durch die sich die Systeme einfach und ohne besondere Fachkenntnisse an die textilen Oberflächen anschließen lassen.

Zu ConText

Das Projekt ConText wird seit dem 1. Juli 2019 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über eine Laufzeit von drei Jahren mit rund 2,9 Millionen Euro gefördert. Die entwickelten Technologien sollen u.a. im Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) des DFKI-Forschungsbereiches Cyber-Physical Systems, eine Wohnung zum Testen intelligenter Assistenzsysteme, evaluiert werden.

 

 

 

 

 

 

ConText (Bild: DFKI)

Eine intuitive Technologie für smarte Textiloberflächen macht Wände und Böden zu "Kabelträgern". (Bild: DFKI).