Erste 5G-Baustelle Deutschlands

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Selbstfahrende Bagger, ein kabelloses 5G-Netzwerk mit Baustellen-Cloud und intelligente Werkzeuge – damit wollen digitalisierte Baustellen den Herausforderungen der Zukunft begegnen.

Die turboschnelle fünfte Generation (5G) des Mobilfunks kommt langsam in die Gänge. Hierzulande ist die Versteigerung der Lizenzen abgeschlossen, und am 17. Juli 2019 startete Vodafone in Deutschland das erste kommerzielle Angebot. Auch in Südkorea, der Schweiz und in einzelnen Städten in den USA spinnt sich bereits das mit einer ganzen Reihe von Vorschußlorbeeren bedachte neue Netz.

Der Unterschied zu den Vorgängern LTE und UMTS ist schnell erzählt: Höhere Datenraten, mehr Geräte in einem Netzwerk und geringere Latenzen. Das klingt erst einmal nicht sonderlich spektakulär. Schließlich gehört „schneller, weiter, höher“ längst zum Alltag. Die Auswirkungen aber sind durchaus immens. Unter anderem was die digitale Verknüpfung von Mensch und Maschine angeht.

Das freut sicher auch die Privatfrau und den Privatmann. Das wahre Potential zeigt sich jedoch erst in der Wirtschaft und Industrie. Denn neben Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen erlaubt 5G ganz neue Formen der Kommunikation und Kollaboration.

Baggern mit 5G

Das zeigt etwa das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt einer vollständig vernetzten Baustelle. Ingenieure der TU Dresden (TUD) entwickeln dafür zusammen mit mehr als 20 Partnern erstmals den kompletten Kommunikationsweg – von der Bau- und Prozessplanung über die Baustellenlogistik bis hin zur Maschine.

Bis allerdings Bagger, Radlader und Ladekran vollkommen selbständig ihre Arbeit verrichten, kann es noch einige Jahre dauern. Eine wichtige Rolle spielen dabei digitale Assistenzsysteme. Etwa in Form einer VR (Virtual Reality) –Brille, die den Baggerfahrer vor möglichen Versorgungsleitungen warnt, während intelligente Steuerkonsolen ihn zum korrekten Erdhaufen navigieren. Voraussetzung dafür ist eine digitale Baustellenlogistik, die immer genau weiß, welches Material oder Werkzeug wo und wann gebraucht wird.

Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine, zwischen den Maschinen untereinander sowie zwischen Maschinen und der Cloud läuft dabei kabellos über Connectivity-Module und der Baustellen-Cloud ab. Voraussetzung dafür ist die leistungsstarke Drahtlos-Technologie 5G mit Echtzeitkommunikation. Damit lassen sich alle Bauprozesse und Akteure sowie deren Interaktion digital abbilden und gestalten.

In den Baustellencontainern, in denen heute noch vor allem Fachkräfte arbeiten und wohnen, werden also in Zukunft Serverfarmen Einzug halten. Die neuen Vernetzungsmöglichkeiten und Automatisierungsfunktionen soll das Projekt in den kommenden drei Jahren auf einer eigens für das Verbundprojekt angelegten Testbaustelle erproben. Das Szenario orientiert sich dabei an Aufgaben, die im Tiefbau notwendig sind.

 

 

 

5G-Baustelle (Bild: TU Dresden).

Ingenieure errichten eine 5G-Testbaustelle mit automatisierten Maschinen, einer Baustellen-Cloud und intelligenter Logistik. (Bild: TU Dresden).