Deutsche Elektro-Flugtaxis heben ab

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Fast zeitgleich verkünden zwei deutsche Flugtaxi-Unternehmen erfolgreiche „Luftfahrten“.Und auch deutsche Autobauer suchen ihr Heil in den Wolken.

Experten gehen davon aus, dass eher autonom geflogen als gefahren wird. Schließlich ist in der Luft der Verkehr um einiges übersichtlicher als auf der Straße. Noch jedenfalls. Allerdings arbeiten weltweit etwa 200 Unternehmen daran, das zu ändern. Auch hierzulande.

So absolvierte im März dieses Jahr das fünfsitzige, Elektro-Flugtaxi Lilium Jet in Oberpfaffenhofen bei München seinen Jungfernflug. Jetzt – sechs Monate später – konnte die erste Phase von Flugtests abgeschlossen werden. Mittlerweile ist der Jet in der Lage mit einer Geschwindigkeit von über 100 km/h zunehmend komplexe Manöver zu fliegen. Und schafft zudem den Übergang vom senkrechten in den horizontalen Flug – eine der größten Herausforderungen in der Luftfahrt und das für Lilium charakteristische Manöver.

Denn erst im Horizontalflug entfalten sich mit dem Auftrieb der beiden Tragflächenpaare die Reichweitenvorteile gegenüber ausschließlich durch Rotoren angetriebene Konkurrenten. Damit kommt das „Fluggerät“ aus Oberpfaffenhofen dann auf Reichweiten von 300 km, um neben Kurzstrecken innerhalb eines Stadtgebiets auch „regional“ vollelektrisch und mit Höchstgeschwindigkeit Passagiere zu transportieren.

Das E-Flugzeug beginnt nun seine zweite Testphase mit dem Fokus auf noch höhere Geschwindigkeiten. Schließlich soll der Lilium Jet mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300 km/h das schnellste vollelektrische, senkrecht startende und landende (eVTOL) Fluggerät der Welt werden.

Gleichzeitig bereitet man sich bei Lilium unmittelbar neben dem Hauptquartier in einem neugebauten Werk mit einer Fläche von 3.000 Quadratmetern auf die Serienproduktion vor. In Kürze folgt ein zweites, deutlich größeres Werk am gleichen Standort. Beide zusammen können dann zum Betriebsstart 2025 mehrere Hundert Flugzeuge im Jahr produzieren.

Urban Air Mobility mit Elektro-Flugtaxis

Neben Lilium entwickeln auch andere Unternehmen elektrisch betriebene Flugtaxis, darunter das deutsche Startup Volocopter aus dem badischen Bruchsal, in das Daimler und Intel investiert sind. Mit seinen 18 Rotoren soll der Volocopter 2X in Zukunft bis zu sechs Passagiere befördern.

Das Zwischending aus Hubschrauber und Drohne führte soeben erfolgreich einen bemannten Testflug über Singapurs Marina Bay durch. Und legte dabei in knapp zwei Minuten auf 40 Meter Höhe eine Distanz von circa 1,5 km zurück. Außerdem ließen sich erstmals mit einer temporär aufgebauten Infrastruktur alle Kundenprozesse über Check-in-, Boarding- und Abflug realitätsnah abbilden.

Dem Flug ging eine intensive Testphase über mehrere Monate voraus. Zudem arbeitet seit Ende 2018 die Zivilluftfahrtbehörde Singapurs mit Volocopter zusammen, um diesen Flug zu ermöglichen.

Neben Daimler hält es auch andere deutsche Autohersteller nicht mehr nur auf der Strasse. So entwickelt etwa Porsche mit dem US-Flugzeughersteller Boeing einen „exklusiven“, elektrischen Senkrechtstarter für Städte. Und Audi justiert nach seinem überraschenden Ausstieg aus dem „Pop.Up Next“-Projekt mit Airbus aktuell seine Strategie im Bereich der städtischen Luftfahrt neu.

 

 

 

Lilium (Bild: Lilium)

Ab 2025 soll das elektrisch angetriebene Flugtaxi Lilium Passagiere mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h transportieren. (Bild: Lilium).