Invent a Chip: Mikroelektronik vom Nachwuchs

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Zum 18. Mal nahmen Schülerinnen und Schüler an einem weltweit einmaligen Entwickler-Wettbewerb zum Thema Mikroelektronik teil. Die Sieger konnten ihre Preise nun in Berlin in Empfang nehmen. Die electronica gratuliert!

Die Mikroelektronik gehört zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien jeder Industrienation. Den internationalen Wettbewerb besteht sie aber nur mit hochqualifizierten Fachkräften. Deshalb ist es wichtig, schon frühzeitig Menschen für die spannende, berufliche Laufbahn in der „schnelllebigen“ Branche zu begeistern.

Eine Möglichkeit bieten Wettbewerbe wie etwa „Invent a Chip“. Seit 2002 fordert dabei das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Technologieorganisation VDE Schülerinnen und Schüler auf, eigene Ideen für Mikrochips einzureichen.

Dieses Jahr setzten sich die prämierten Chip-Ideen in einem Teilnehmerfeld von rund 1.600 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis dreizehn durch. Neben Geldpreisen erwartet die Preisträger nun die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium, Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen und Technikveranstaltungen.

Im Mai 2019 trafen sich 10 ausgewählte Teams von „Invent a Chip“ am Institut für Mikroelektronische Systeme der Leibniz Universität Hannover. Dort lernten sie wie Chipdesign funktioniert und wie Ideen mit einem FPGA-Board umgesetzt werden können.

„Invent a Chip“ – die Gewinner

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Platz geht an Finn Liebner (16) vom Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten für sein Projekt „Datenreiches Licht.“ An einem Modell demonstrierte er die chipgesteuerte Datenübertragung per Licht mit Übertragungsraten von mehreren Terabits pro Sekunde. Zudem macht die zunehmend dichtere Belegung des Funkspektrums mit der Gefahr gegenseitiger Störungen das alternative Übertragungsmedium attraktiv.

2.000 Euro für den zweiten Platz erhalten die Geschwister Tara (16) und Connor (14) Albrecht vom Gymnasium Lindlar. Sie entwickelten eine „intelligente“ Katzenklappe mit 24 Infrarot-Lichtschranken und direkter Ansteuerung durch einen eigens dafür designten Chip. Die Anordnung verhindert etwa, dass für Katzen mit Mäusen im Maul die Klappe gesperrt bleibt.

Platz drei und ein Preisgeld von 1.000 Euro verdiente sich ein weiteres Team vom Gymnasium Lindlar aus Nordrhein-Westfalen. Andreas Kisters (15), Justus Lau (15), Tom Marter (16) und Fabian Weinand (14) entwickelten mit dem „MediController“ eine intelligente Arzneimittelverwaltung. Sie weist Patienten „termingerecht“ auf anstehende Medikamenteneinnahme hin. Das Gerät identifiziert dabei seine Nutzer über Key-Cards, was die Verwaltung einer nahezu unbegrenzten Menge an Patientendaten ermöglicht.

Über den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums freuen sich Sebastian Fritsch (17), Simon Klier (17), Christian Künzle (17) und Jan-Niklas Weghorn (17) vom Hardenberg-Gymnasium in Fürth. Sie stellten im Open-Source-Projekt „RISCkant“ einen Beschleuniger für künstliche Intelligenz vor, der die automatische Bilderkennung optimiert. Nutzen daraus ziehen etwa Roboter, Drohnen oder Fahrzeuge mit leistungsfähiger Bilderkennung bei gleichzeitig niedrigem Stromverbrauch.

Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele der Teilnehmer auch in Zukunft „mikroelektronisch“ weitermachen und die Begeisterung vielleicht sogar in ein entsprechendes Studium mündet. Die Schüler des Hardenberg-Gymnasiums in Fürth jedenfalls planen nach ihrem Abitur Elektrotechnik oder Informatik zu studieren.

 

 

 

 

 

Invent a Chip 2019 (Bild: VDE/Henning Schacht).

Die Sieger des Schülerwettbewerbs „Invent a Chip" 2019. (Bild: VDE/Henning Schacht).