Happy Birthday: 43 Jahre Mikroprozessor

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Die electronica wird 50. Wohl niemals haben „elektronische“ Erfindungen unser Leben so fundamental verändert, wie seit dem Bestehen der Messe. Eine kleine Serie soll die wichtigsten vorstellen. Diesmal: die Geburtsstunde des Mikroprozessors.

„Wir verkünden eine neue Ära in der integrierten Elektronik“ – so hieß es 1971 im Fachmagazin „Electronic News“. Gemeint war die Einführung von Intels Mikrochip 4004 – den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor. Was sich damals wie eine übliche Werbeübertreibung anhörte, stellte sich später als Untertreibung heraus.

Dabei wollte Intel in der Zeit eigentlich noch auf dem Arbeitsspeichermarkt reüssieren. Deswegen hatten am 18.07.1968 Gordon Moore und Robert Noyce das Unternehmen gegründet. Andy Grove stieß kurz darauf zum Technologie-Start-up.

Vom Speicher zum Mikroprozessor mit Speicher

1975 erblickt dann der erste hochintegrierte DRAM-Baustein das Licht der Speicherwelt – bis Mitte der 1980er Jahre das Hauptgeschäft von Intel. Erst durch die wachsende japanische Konkurrenz und den Erfolg des Personal Computers von IBM schwenkte man voll auf Mikroprozessoren um.

Daneben allerdings lebte das Unternehmen von Anfang an auch von externen Aufträgen. So sollte für zwei japanische Firmen ein „Rechen-Chip“ für Rechenmaschinen entwickelt werden.

Der damalige Ingenieur Marcian Hoff – einer von zwölf Intel-Mitarbeitern – hatte aber anderes im Sinn. Er wollte einen universell einsetzbaren „Rechner“ bauen, der so programmiert werden konnte, dass er unter anderem auch die Funktionen einer Rechenmaschine erfüllte. Ein Computer auf einem Chip also – nicht speziell auf einen einzigen Einsatzzweck zugeschnitten.

2300 Transistoren auf einem fingernagelgroßen Chip

So kam es, dass man den ersten Mikroprozessor für Serienproduktionen entwickelte. Das Design übernahm der aus Italien stammende Physiker Federico Faggin. Er hatte schon in Italien für Olivetti Rechenmaschinen entworfen.

Im April 1970 begann er die Arbeit am 4004. Im Dezember 1970 kamen die ersten Halbleiterscheiben – wegen eines Fehlers in der Fertigung leider noch unbrauchbar.

Im Januar 1971 war es dann so weit: der erste funktionierenden Intel 4004 Mikroprozessor! 2300 Transistoren, und kaum größer als ein Fingernagel, war er so leistungsfähig wie die ersten raumgroßen, elektronischen Rechenmaschinen aus den vierziger Jahren. Zum Vergleich: Intel’s 15-Kern XEON IvyBridge-EX-Prozessor besteht aus 4,3 Milliarden Transistoren.

Damals dachte zwar noch niemand daran, dass es für Mikroprozessoren einen Massenmarkt Heimcomputer geben würde. Man hatte vor allem Industrie-Steueranlagen im Sinn. Trotzdem behielt man sich vorsichtshalber das Recht vor, den Mikroprozessor auch anderen Kunden anbieten zu dürfen.

Gefragt, ob ihm damals bewusst war, dass er damals Geschichte schrieb, antwortete der damalige Intel-Ingenieur Marcian Hoff: „Nein, eigentlich nicht. Aber wir hatten das Gefühl, dass es wichtig war. Uns war klar, dass es sehr vieles vereinfachen würde, wenn solche Chips verfügbar wären.“

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intel 4004